Wie heißt es so schön, dann schicke doch sie/ihn in die Wüste. Und warum? Weil man vermeintlich meint, dort gibt’s nichts. Weit gefehlt! Vielleicht nicht nach unseren Maßstäben der Konsum-Zivilisation.

Keine Konsum-Zivilsation – aber glückliche Menschen.

Durch das Ziz-Tal geht es weiter nach Süden.

Der Legionärstunnel – Ein Tunnel der vor vielen Jahren von Legionären gegraben wurde.
Ausgetrocknete Flussläufe entlang des Weges.
Das Ziz-Tal, rechts schroffe Stein- und Felswände, rechts Palmen und landwirtschaftliche Nutzfläche
Renovieren gibt es in Marokko nicht – man lässt verfallen und baut lieber neu nebenan

Vorbei an einem Stausee, den es sich nicht lohnte zu fotografieren, da es so dunstig war und mit einem Abstecher zu einer sogenannten „Blauen Quelle“, den wir uns getrost hätten sparen können, da dies offensichtlich DER Sonntagsausflug aller Einheimischen, insbesondere der Jugendlichen ist. Außer viel Rummel und Tohuwabohu in einer maroder Anlage und ebensolcher Atmosphäre fanden wir dort nichts Sehenswertes, das den Eintritt von 10 Dirham gelohnt hätte.

Der schöne Teil der Blauen Quelle
Ist dort DER Treffpunkt um anzubandeln?
Züchtig mit Kopftuch verhüllt – die Blicke sind suchend und lockend …
Die Blaue Quelle im Sonntagsbetrieb

Nun sind wir in der Wüste

Die Straße ist endlos – geradeaus und in der Ferne flimmerte die Hitze. Rechts und links Sand und Steine und am Horizont nahm man den vermeintlichen See wahr, der die besagte optische Täuschung ist.

Kerzengerade und schier endlos die Straßen.
Ein Berber mit seinen Kamelen in der Weite der Wüste

Erst wollten wir eine kürzere Route nehmen, die zwar laut Karte nicht so richtig ausgebaut ist, mussten aber nach 10 km umdrehen. Dort endete die Straße nach einer abrupten Abbruchkante – die wir wahrscheinlich auch nicht mit einem echten Offroader hätten überwinden können und verlief forthin als kaum wahrnehmbare Piste im sprichwörtlichen Sande .

Zurück auf die uns schon so bekannte N13 – die Straße die uns nun von Beginn an hierher führte – erreichten wir am Nachmittag Merzouga. Eine lebendige Wüstenstadt … Kamele, Berber und auch hier hat der Tourismus mit seinen Auswüchsen in Form von oberfreundlichen Marokkanern, die uns in die nächste Herberge lotsen wollen, Einzug gehalten.

Merzouga – das Tor zur Wüste

Unser Reiseführer beschreibt einen möglichen Stellplatz in unmittelbarer Nähe der Sanddünen. Gleich bei der Tankstelle(!!), der letzten vor dem Ende der Welt, geht es links ab, zum Centro von „Hassi Labied“ (man darf hier auch mit Canon fotografieren – nicht nur mit Hasseblad ;)) und dann geht es noch einen Kilometer rechts ab an den ersten Dünen entlang und dort ist er auch schon auf der linken Seite bei einem Hotel „Kasbah Mohayut“. Es reihen sich dort mehrere Hotels, mit angepriesenen Stellplätzen, auf dem Weg aneinander. Wir bleiben der Empfehlung treu.

Allein unter Palmen in der Wüste
Ein Mittagsschläfchen bevor es wieder hinaufgeht in die Dünen

Als einziger Campinggast stehen wir nun hinter einer schützenden Mauer, die uns vor dem großen Sandsturm schützt – hoffen wir mal, dass der sich noch so lange Zeit lässt, bis wieder weg sind. Aber man kann auf die Mauer hinauf, dort ist eine wunderschöne Terrasse mit herrlichem Ausblick direkt auf die Dünen und Kamele.

Letztendlich ist es hier wie in einem großen Sandkasten. Der Sand ist überall – in den Duschräumen – hat wohl einer vergessen die Tür zu schließen – auf den Palmen, im Haar, im Mund und man bildet sich ein, auch auf den Zähnen … Eben ein bisschen Sand im Getriebe.

Zum Sonnenuntergang haben wir uns eine Flasche von dem heute mühsam erstandenen Rotwein geöffnet.

Rotwein zum Sonnenuntergang
Mit etwas Geduld lässt sich auch in Marokko guter Rotwein kaufen.

Es ist nicht so leicht an Alkohol zu kommen. Auf dem Weg lag ein riesiger Supermarkt – der hatte alles, wirklich alles – nur eben keinen Tropfen Wein oder sonstigen Alkohol. Aber! – da gäbe es im Zentrum bei der Polizei gegenüber in einer Seitenstraße einen Laden, der würde so etwas verkaufen, verriet uns die freundliche Verkäuferin. Mit viel Fragen, führte man uns letztendlich zu dem Geschäft mit den erquicklichen Flüssigkeiten. Alles nicht so einfach.

In die Wüste zum Erg Chebbi - Die schönste Wüste in Marokko
In die Wüste zum Erg Chebbi – Die schönste Wüste in Marokko
Mit einer Kamelkarawane durch die Wüste wandern und den Sonnenuntergang erleben.
Mit einer Kamelkarawane durch die Wüste wandern und den Sonnenuntergang erleben.

Langsam neigt sich die Sonne dem Horizont zu und die Wüste verändert ihre Farben wie in einem lange inszenierten Schauspiel. Wie von Geisterhand tauchen immer wieder hinter den Sandbergen Karawanen mit Kamelen auf. Die ganzen Dünen sind übersäht von „Ameisenstraßen“ die die Dünen erobern, jedenfalls sehen diese Kamelwanderungen so aus.

Es ist sehr dunstig und das erwartete Naturschauspiel eines spektakulären Sonnenuntergangs bleibt leider aus. Um so netter das Abendessen im Restaurant des Hotels, auf dessen Platz wir stehen. In sehr entspannter Atmosphäre mit angenehmer Musik im Hintergrund genießen wir ein marokkanisches Drei-Gänge-Menue. Suppe und kleine Vorspeisen, Tajine (was anderes gibt es nirgends) mit Hühnchen in Zitronensoße und kleine Hackfleischbällchen. Ein super süßer Kuchen – wie immer in diesen Ländern – beschließt das Mahl. Und dann gehen wir in einer ganz finsteren Nacht mit Sternenhimmel zu unserem „Schlafauto“ und schlummern einem neuen Tag entgegen.

Die Route

     

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