Am frühen Nachmittag erreichen wir die viel gerühmte Stadt Chefchaouen. Der Campingplatz Azilan  ist gut ausgeschildert und schwups haben wir einen schönen Platz. Wir beschließen die Duschen erst einmal zu besuchen – denn das Wasser ist kalt und am Abend wird das nicht lustig. Ist es ja schon am Nachmittag nicht.

Chefchaouen liegt an einem Hand wunder schön eingebettet
Chefchaouen liegt an einem Hand wunderschön eingebettet

Ja, und dann wollen wir den laut Reiseführer angeblich 10-minütigen gepflasterten Fußweg über die Treppen in den Ort nehmen. Von wegen – da geht nur ein schmaler Wanderpfad über Stock und Stein hinab. Oder man nimmt die Straße – was auch nicht prickelnd ist. Es ist schon erstaunlich was in den Führern alles steht. Da schreibt anscheinend jeder vom anderen ab und nichts stimmt. Zurück nehmen wir die Straße – mit einem Taxi. Das geht schnell und ist nicht anstrengend.

Chefchaouen – die Stadt der Brunnen.

Wir finden die Medina und lassen uns von den blauen Häusern und Gassen animieren. Es ist noch keine Saison und daher sind auch wenig Touristen unterwegs. Das ist einerseits gut – andererseits haben viele Geschäfte und Restaurants noch nicht auf. Teilweise sieht es ein bisschen verlassen aus. Es hat uns auch keiner etwas zu rauchen angeboten. Aber vielleicht sahen wir nicht so nach potenzielle Kunden aus. Die Stadt ist durch ihre Nähe zum Rifgebirge bekannt für den Vertrieb und Konsum von berauschenden Produkten aus der Natur, auch Hasch genannt.

Nicht nur die Häuser sind blau auch die Kleidung
Nicht nur die Häuser sind blau auch die Kleidung

Die Nacht wird doch noch ziemlich kalt und wir sind froh, dass wir nicht das Dach ausgestellt haben. Das wäre ganz schön frostig geworden. Unser erstes Frühstück an „Bord“. Wir packen Tisch und Stühle aus und weihen Herd und Kaffeemaschine ein. Köstlich … eine neue Erfahrung.

Schön aber anspruchsvoll –
die kleinen Landstraßen durch das Gebirge

Noch eine Ehrenrunde durch den Ort – seit gestern hat sich nicht viel verändert – und dann starten wir gen Ouezzane. Keine aufregende Stadt – sie ist aber gut für eine Cola und Kaffee und eine kleine Pause, Füße vertreten und stärken. Denn danach geht es hinauf ins Gebirge – über die berüchtigte Drogenstrecke Richtung Fes.

Also, was da nicht alles so geschrieben wird – uns hat kein nagelneuer, großer, schwarzer SUV einer deutschen Nobelmarke angehalten und Hasch angeboten. Fast eine Beleidigung, so überhaupt nicht beachtet zu werden. Wir haben auch keine Felder gesehen und im übrigen frage ich mich, wie das gehen soll. Die Felder sind übersichtlich ohne Ende. Da würde doch sofort auffallen, wenn da ein Feld mit Hanfpflanzen wäre.

Übersichtlich gegliederte Felder der landwirtschaftlichen Nutzung
Übersichtlich gegliederte Felder der landwirtschaftlichen Nutzung

Aber immerhin haben wir die 30° Marke überschritten. Nein, nicht die geografische Breite. Grad Celsius sind gemeint, die Außentemperatur. Da kommen endlich Sommergefühle auf, während wir erfahren, dass es in Bayern schneien soll. Gutes Timing.

Die Wiesen entlang unserer Route blühen in allen Farben
Die Wiesen entlang unserer Route blühen in allen Farben

Eine ganz tolle Landschaft mit soviel blühenden bunten Blumenwiesen – ein echter Genuss. Der erste Teil der Strecke lässt sich gut an – nagelneuer Flüsterbelag und man kann gut durchfahren. Ab  der Mitte wird es dann vogelwild. Die Straße ist ein einziges Flickwerk mit tiefen Schlaglöchern. Bei uns scheppert und klappert es, aber wir kommen gut durch. Bis wir dann am späten Nachmittag in Fes sind.

Die Route

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