Diesen Ruf hat Essaouria zu Recht, wie wir feststellen mussten. Ist es allerorten ein wenig zugig, so hat das sicher auch seine angenehmen Seiten, denn es wird keine stehende Hitze in den engen Gassen der Medina geben. Mit der Wahl des geeigneten Plätzchen für den gemütlichen Espresso oder Café noir muss man jedoch ein bisschen prüfend vorgehen.

Ein guter Espresso im Schatten
Ein guter Espresso im Schatten
Warm und bunt - das ist Marokko
Warm und bunt – das ist Marokko
Im Schatten des Innhofes lässt sich gut Fußball spielen
Im Schatten des Innhofes lässt sich gut Fußball spielen

Wir wurden in einem Innenhof fündig – dem früheren Getreidemarkt. Dort in der Sonne sitzend genossen wir das bunte Treiben um uns herum, um eine Portion gegrillter Sardinen als mittäglichen Snack zu genießen.

Gegrillte Sardinen - sehr lecker
Gegrillte Sardinen – sehr lecker

Dierekt am Meer gelegen ist Essaouria einst eine der ersten und bedeutendsten Hafenstädte gewesen. Heute gibt es noch einen sehr aktiven Fischereihafen und eine dort ansässige Bootswerft. Besonders Harald hat sich das alles genau angesehen. So ein bisschen geruchsstabil muss man schon sein, wenn man zwischen all den frischen Fischen, aber auch den Fischabfällen, die sich da so häufen, gemütlich flanieren will.

Fischmarkt - Bootswerft - Hafen - und viel Gewusel
Fischmarkt – Bootswerft – Hafen – und viel Gewusel
Sieht cool aus - oder?
Sieht cool aus – oder?
Fischmarkt am Fischereihafen
Fischmarkt am Fischereihafen
Hier können die Fischer ihre Utensilien verstauen
Hier können die Fischer ihre Utensilien verstauen

Nicht, dass es kein System gäbe, die Abfälle der ausgenommen Fische zu entsorgen – das gibt es sehr wohl. Rechts vom Tisch werden die Flossen und Köpfe auf den Boden geworfen und links vom Tisch die Innereien. Hat wahrscheinlich mehr was mit dem Arbeitsablauf zu tun, als mit Mülltrennung.

Am Morgen haben noch viele der kleinen Läden in den schmalen Gassen geschlossen
Am Morgen haben noch viele der kleinen Läden in den schmalen Gassen geschlossen
Das zur Tür passende Kleid ...
Das zur Tür passende Kleid …
Wir mussten die Karren für unsere Einkäufe nicht in Anspruch nehmen ...
Wir mussten die Karren für unsere Einkäufe nicht in Anspruch nehmen …
Jede Gasse wäre ein Foto wert
Jede Gasse wäre ein Foto wert
Warten auf Kundschaft
Warten auf Kundschaft
Lauft schnell Kinder - die Tante will euch fotografieren
Lauft schnell Kinder – die Tante will euch fotografieren

Die bunten Gassen der Medina unterscheiden sich kaum von denen anderer Städte, ausser, dass sich doch relativ schnell eine gewisse Übersichtlichkeit einstellt, was den Bummel sehr sympathisch macht und man gelassen durch die engen Straßen laufen kann. Viele Häuser sind vom Verfall gezeichnet und ein ganzes Viertel innerhalb der Medina, das ehemalige Judenviertel, wird jetzt abgerissen und dort sollen neue Häuser entstehen. Eigentlich schade, aber die Wörter „instandhalten, pflegen, renovieren“ existieren in Marokko nicht. Das ist keine Erscheinung der modernen Welt, das war wohl schon immer so. Man baut und dann wohnt man das Haus ab und wenn es zusammenfällt zieht man aus und baut es nebenan wieder auf. Also ist es doch eine erfreuliche Entwicklung, dass auch mal was abgerissen wird und an der Stelle etwas Neues entstehen kann.

Wandmalerei im ehemaligen Judenviertel
Wandmalerei im ehemaligen Judenviertel
Renovieren kennt man hier nicht
Renovieren kennt man hier nicht
Der marode Charm Marokkos
Der marode Charm Marokkos

Die vielen schönen Sachen wecken Bedarf – das sogenannte „Haben wollen-Symptom“ traf auch uns. Wir haben hier und da ein bisschen gehandelt – das gehört schließlich dazu –  sind auch fündig geworden und freuen uns an unseren Einkäufen.

Beim shoppen ...
Beim shoppen …

Gegen Abend sind wir an den Fischständen in Hafennähe entlang gebummelt und haben uns einen hübschen, 2,2 kg schweren Krebs ausgesucht und grillen lassen. Wir hatten das Gefühl, er winkte und zwinkerte uns zu und wollte unser Abendessen werden. Wer kann da NEIN sagen?

Krebs mit Krebs (2,2 kg)
Krebs mit Krebs (2,2 kg)
Der Krebs in seinen Einzelteilen
Der Krebs in seinen Einzelteilen
Im Fischmarkt
Im Fischmarkt

Es ist eine ganze Straße, in der sich Bude an Bude reiht und geschäftstüchtige Fischer ihren täglichen Fang frisch zubereiten und verkaufen.

Viele dieser kleinen Buden reihen sich aneinander
Viele dieser kleinen Buden reihen sich aneinander

Der Krebs hat gemundet – wir haben mit großem Spaß und Genuss gegessen – kleiner Wehrmutstropfen war der fehlende kühle Chablis, der da eigentlich dazu gehört hätte. Aber wie es im Leben so ist, man kann nicht alles haben …

Und weil wir schon so schön bei Krebs waren – ein paar Gassen weiter gab es als Nachtisch auch noch ein „Crepes Suzette“. Der Süddeutsche würde sagen: „Einmal Krebs immer Krebs.“

Harald hat heute das passende Hemd für die Stadtbesichtigung angezogen
Harald hat heute das passende Hemd für die Stadtbesichtigung angezogen
Und heute das blaue Kleid
Und heute das blaue Kleid

 

 

 

 

 

 

2 Kommentare

  1. Schön zu sehen, dass sich Essaouira nicht so stark verändert hat seit wir 2014 dort waren. Ich finde auch, dass man sich in der Medina von Essaouira nicht so schnell verläuft wie bspw. in Fés und ich mag den europäischen Flair der Stadt sehr.

    LG Myriam

    • Liebe Myriam,

      ja es lässt sich sehr gut aushalten dort. Und die Veränderungen insbesondere im ehemaligen Judenviertel sind zu begrüßen. Hoffen wir auf eine stilgerechte Umsetzung des Wiederaufbaues.

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