Bevor es am Morgen los geht, schauen wir unseren Bulli nochmal genauer an und müssen feststellen, dass die gestrige Fahrt durch die Rumpelpisten haben ihre Spuren hinterlassen hat – zum Glück nur oberflächliche und abwaschbare. Wir gönnen ihm noch eine kurze Wäsche in der nächsten Lavagerie und dann starten wir.

Arganbäume wohin das Auge reicht
Arganbäume wohin das Auge reicht

Es sind nur 170 km von dem Ort Tafroute im Landesinneren bis nach Agadir. Aber die Strecke zieht sich. Rauf und runter und viele, viele Kehren sind es bis zur Metropole am Meer. Eine tolle Strecke für Motorradfahrer oder für kleine flache Sportwägelchen – aber auch mit dem Bulli macht es Spaß.

Das schönste Gebäude am Ort ist immer die Moschee
Das schönste Gebäude am Ort ist immer die Moschee
Die Ausläufer des Stausee sind eine schöne Abwechslung
Die Ausläufer des Stausee sind eine schöne Abwechslung
Füße vertreten ist gut, wenn man so lange im Auto sitzt
Füße vertreten ist gut, wenn man so lange im Auto sitzt

Mittags machen wir einen Stop in einer kleinen Stadt in den Bergen. Die Kommunikation funktioniert gut – keiner von uns spricht Französisch. Aber wir haben Hände und Füße und ein bisschen Mimik hilft auch. Es ist doch so einfach mit der Völkerverständigung. Mit der Handbewegung des Essens fragen wir ob es Essen gibt – der Wirt winkt uns in die Küche, dort hebt der Koch die Deckel der Töpfe und wir entscheiden durch Fingerzeig. Alles ganz einfach.

Der Koch zeigt uns alles was es heute zum Essen gibt
Der Koch zeigt uns alles was es heute zum Essen gibt
Neben dem Lokal kann man noch gut das Essen im Urzustand sehen
Neben dem Lokal kann man noch gut das Essen im Urzustand sehen

Am Nachmittag erreichen wir Agadir und laufen den „Atlantic Park Campingplatz“, den mit dem gepriesenen „Europäischem Standard“, an. Es ist leer, kaum Menschen sind zu sehen. Wir wissen jetzt immer noch nicht, ob tatsächlich im Moment so gar keine Saison mehr ist, oder die allgemeine schwache Tourismuslage der zunehmenden Angst, in muslemische Länder zu fahren, geschuldet ist. Warum jetzt Nachsaison sein soll, erschließt sich uns nicht. Die Temperaturen sind sehr angenehm und in Deutschland ist der Sommer immer noch nicht eingezogen.

Camping Atlantic Parc 15 km außerhalb von Agadir
Camping Atlantic Parc 15 km außerhalb von Agadir

Naja – wir wie schon sagten, wir werden immer Reisende bleiben und keine Camper werden. Für eine Nacht war der Platz gut. Es gab warme Duschen, halbwegs ordentliche WCs und nächtliche Ruhe. Ein drittel der Anlage wird mit kleinen Lauben ausgebaut – uns erinnerte es an eine Kleingartenkolonie. Mit allen seinen Auswüchsen …

Ein schöner Sonnenuntergang begleitet das Abendessen
Ein schöner Sonnenuntergang begleitet das Abendessen

Ein schöner Sonnenuntergang und das war es auch schon, da der Platz ziemlich weit außerhalb der Stadt liegt.

Agadir – keine Reise wert

Am nächsten Morgen müssen wir aber doch einen kleinen Corso durch Agadir starten – sehen wollen wir es schon. Die Stadt, die eine Ausnahme in Marokko darstellt – hier seien vorwiegend unverschleierte Frauen zu sehen, heißt es. Es stimmt, wie wir feststellten und überhaupt hier ist das pralle Leben zugange. Wer einfach seinen Urlaub in einem XY Hotel mit soundso vielen Sternen machen möchte – egal wo – kommt hier auf seine Kosten.

Der Küstenabschnitt zwischen Agadir und Essaouria ist sehr schön
Der Küstenabschnitt zwischen Agadir und Essaouria ist sehr schön

Essaouria – die Stadt in der wir sogar zwei Nächte bleiben

Wir drehen um und fahren wieder nach Marokko hinein – also quasi. Entlang der Küste geht es Richtung Norden nach Essaouria. Eine der schönsten Städte des Landes, wie es heißt.

Blauer Himmel - und Essaouria wird von Wellen umtost
Blauer Himmel – und Essaouria wird von Wellen umtost

Kurz vor der Einfahrt in die Stadt machen wir bei dem Leuchtturm noch einen kleinen Abstecher zum dortigen Campingplatz und entscheiden uns dagegen, wie schon nach der Lektüre des Campingführers vermutet.

Jonathan ist schon da ...
Jonathan ist schon da …

Also rein in die Stadt und dann werden wir schon sehen wie es weiter geht. Wir finden so was wie eine Parklücke ausserhalb der Stadtmauern und schon kommt ein beflissener junger Mann der freundlicherweise das Auto, das vor uns parkt, ein bisschen weiter  schiebt. Als es noch nicht ganz langt, unser Bulli hat nun mal die respektable Länge von 5 Metern, wird das hintere auch noch verschoben – Handbremse und Gang hat hier keiner drin – und, Schwups passen wir da auch rein. Was nicht passt, wird eben passend gemacht.

Die Fischerboote im Hafen bieten einen sehr schönen Anblick
Die Fischerboote im Hafen bieten einen sehr schönen Anblick
Die Hafenanlage in Essaouria
Die Hafenanlage in Essaouria
Das "Häuserl" für Männer und Frauen mit Seife, Parfüm und allem Luxus ...
Das „Häuserl“ für Männer und Frauen mit Seife, Parfüm und allem Luxus …
Hier gibt es frisch gepressten Orangensaft - das ist hier überall ein echter Genuss
Hier gibt es frisch gepressten Orangensaft – das ist hier überall ein echter Genuss
Die Feldklippen vor der Stadt
Die Feldklippen vor der Stadt

Wir studieren TripAdvisors Empfehlungen für die nächstgelegenen Hotels, als es an die Scheibe klopft. Ein Mann möchte uns sprechen. Ob wir ein Hotel suchen? Ja? Er hätte da was … Ok, es war also einer dieser „Agenten“ (Guide – Schlepper – wie auch immer). Wir sind ja zu zweit und können gut auf uns aufpassen und gehen also mit.

 

Die kleinen Gassen in der Medina - dort ist auch unser Riad
Die kleinen Gassen in der Medina – dort ist auch unser Riad

Durch die Medina geht es – rechts – links –rechts – zweimal links – geradeaus – durch ein Tor – noch ein Tor, oder war es ganz anders? Die Gassen werden immer schmaler … Jedenfalls, welch Wunder, wir stehen in einem kleinen süßen Minihotel mit dem schönen Namen „Riad Laylati“. Eine junge Frau, des Englischen sehr gut mächtig, heißt uns willkommen und zeigt uns die Zimmer.

Niedliche, liebevoll eingerichtete Zimmer mit ordentlichem Bad und alles sehr stilecht. Ja – so habe ich mir Marokko vorgestellt. Ein gemütliches Zimmer mit allem Drum und Dran mitten in der Altstadt zu einem erschwinglichen Preis.

 

Der Weg zurück zum Auto erweist sich dann doch als nachvollziehbar – wir haben ja Navigation gelernt. Wir holen ein paar Sachen und beziehen unser Zimmer mitten in der Medina.

Zum Abendessen gehen wir zweimal um die Ecke und werden auch hier ganz ordentlich verköstigt. „Couscous Royale“ natürlich. Und morgen erobern wir die Stadt Essaouria, samt Fischerhafen, Bootswerft und allem was dazu gehört.

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