Warum ich so was frage? Weil ich mich ganz oft als Camper sehr schlecht behandelt fühle. Und schlechte Menschen behandelt man auch schlecht.

Ja – natürlich ich brauche ja auch nicht als Camper unterwegs sein. Ich kann auch zuhause bleiben und im Ausland muss man sich eben nach der dortigen Decke strecken. Und trotzdem – als Camper habe ich selten soviel menschliche Missachtung erfahren.

Und was ist es nun, was mich da erregt? Camper scheinen ganz schlimme, wilde und schmutzige Menschen zu sein. Das fängt schon mal damit an, dass der Camper anscheinend ständig Toilettenpapier klaut und zwar in solch großen Mengen, dass der geneigte Campingplatzbesitzer (nachfolgend CPB genannt) beschließt, gar keines mehr zur Verfügung zu stellen. Der Camper soll mal froh sein, dass es überhaupt so ein stilles Örtchen gibt. Es scheint wohl auch der einzig trockene Raum am ganzen Platz zu sein, so dass man die Zementsäcke, die für die anstehende Renovierung in den nächsten Jahr(en)/zehnten benötigt werden dort lagert. Das wird doch wohl den Camper nicht stören, wenn da noch ein bisschen Baumaterial lagert, da muss er sich halt ein bisschen schmal machen – ist er ja gewohnt mit wenig Platz auszukommen. Schließlich lässt sich doch die Tür verschließen – mit erheblichem Kraftaufwand und einem ordentlichen Knall.

Putzen muss man diese Fazilitäten auch nicht. Das Putzwagerl steht dekorativ in einer Ecke, wird aber anscheinend nie benutzt. Der  tote Wurm, der in Waschbecken eins am ersten Tag liegt, liegt auch noch ein paar Tage später dort.

Haben alle Camper zuhause einen WC-Brillen Handel? Und erledigen sie den Wareneinkauf, in Form von Brillenklau, auf ihrer jährlichen Reise? Oder stellen sie sich auf den Sitz, um ihr Geschäft zu erledigen? Oder reißen sie gar mutwillig wie eine Bande spätpubertierender Jugendlicher alle Sitze raus? Uns ist in Sizilien noch kein WC mit Brille auf einem CP begegnet. Immerhin gab es aber meistens eine WC Bürste.

Die Dusche mit warmem Wasser gibt es nur nach Abgabe von 50 Cent für 3 Minuten oder 60 Cent für 4 Minuten. Irgendwelche komplizierten Automaten fressen die Cents wie hungrige Löwen. Also mal vorausgesetzt, es gibt überhaupt Duschen. Der Camper soll sich mal disziplinieren und nicht stundenlang warmes Wasser verbraten. Die Waschbecken sind alle mit einer Wasserstopautomatik, die schon nach 10 Sekunden das Wasser abschaltet, ausgestattet. Wie müssen sich unsere Vorgänger aufgeführt haben, dass man zu solchen Maßnahmen greifen musste? Ich stelle mir völlig verwahrloste Menschen vor, die in die Sanitärräume einfielen und dort stundenlang duschten, weil sie es schon seit Wochen kein Wasser gesehen hatten … und den Wasserhahn liefen lassen, weil sie nicht wussten, wie man den abdreht. Andererseits ist es völlig egal, wenn ein Wasserhahn eines Gartenschlauches leckt und tagelang das „kostbare“ Wasser um den Anschluss herum weiträumig unterspült. Lieber in dem Garten verschwendet, als dem Camper ein paar Tropfen zu viel gespendet …

Es wird aber sehr darauf geachtet, dass der Camper auch im Ausland sittsam und anständig bleibt. Nicht ohne Grund stehen mitunter Schilder, dass man doch nicht nackt duschen sollte. Das kann man dann sogar in deutsch schreiben – wenn auch nicht in allen Bereichen korrekt …

So ein Campingplatz kostet im Durchschnitt zwischen 10 und 40 Euro oder mehr, und das sind Vorsaisonpreise! Nicht schlecht – wenn man den oberen Wert nimmt. In so manch einer netten Frühstückspension zahlt man den gleichen Betrag. Dort bekommt man noch Frühstück, Toilettenpapier und sogar das Bett gemacht. Auch geputzt wird dort regelmäßig.

Und es gibt Strom – aber erst gegen Abgabe von 4 Euro/Tag. Damit läuft im Prinzip nur der Kühlschrank weiter, ohne die Autobatterie leer zu saugen. Die Kabelverbindung wird unter vermeintlichem Einsatz seines Lebens hergestellt, wenn man so manche windschiefe Stromanlage sieht und man Angst hat, sich den Stromschlag seines Lebens einzufangen. Für 4 Euro/Tag an Strompauschale kann sich der CPB bald sein eigenes Elektrizitätswerk kaufen.

Kauft man ein Cola am CP-eigenen Supermarkt, kostet eine Dose 80 Cent. Willst du sie aber gekühlt haben dann musst du mit einem Aufschlag von 250% rechnen und bist mit 2,00€ pro Dose dabei.

Appropos Frühstück – Brötchenservice wird groß angekündigt. Wir freuen uns und was passiert? Der Camper braucht kein Frühstück entscheidet der CPB – es reicht wenn gegen 11 Uhr das Brot angeliefert wird. Dann kann er ja immer noch was essen. Der wird schon nicht verhungern. Das passierte nicht als Einzelfall an einem Tag, sondern ist dort so üblich.

Platz mit WiFi – juppi – endlich Mails checken, beantworten und vielleicht noch einen Blogbeitrag absetzen. Aber für 8 Euro pro Tag??? Unser Platznachbar berichtete sogar, dass teilweise 13 Euro verlangt wurden. Nein, Danke. Haben sich unsere Vorgänger alle Filme und Musik für das nächste Jahr runtergeladen?

Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass es solche Heerscharen von Vandalen-Campern gegeben hat. Wir haben jetzt schon viele Mitreisende gesehen und können sagen,

im Großen und Ganzen sind es alles ganz liebe und ordentliche Leute, die uns da begegnen. Sie sind umweltbewusst und trennen ordentlich ihren Müll, hinterlassen einen sauberen Platz und führen sich auch sonst nicht auf. Rücksichtsvoll und zuvorkommend sind die meisten. Wir alle kommen mit den besten Absichten in die Reiseländer. Wir wollen die Menschen kennenlernen und ihr schönes Land bereisen und sehen. Wir kommen als Gäste und verhalten uns auch so. Aber wo bleibt die Gastfreundschaft? Oder ist der CPB der große Zampano, der uns mal zeigt was wir wert sind. Nämlich nichts! Geld abdrücken – okay – wir wollen ja schließlich hierher – er hat uns nicht gerufen, aber dann werden wir behandelt wie der letzte Dreck. Gibt es doch noch so was wie die Erbschuld??

Jetzt werden sicher einige von euch uns nickend zustimmen und sagen, ja so haben wir es auch erlebt, einige werden sagen: „Mein Gott, jetzt habt euch doch nicht so. Wenn euch das alles nicht passt, dann müsst ihr halt zuhause bleiben.“ Stimmt könnten wir auch, wollen wir aber nicht. Es macht mich einfach traurig und betroffen und ich frage mich was ist passiert, dass man mich so behandelt. Wo bleibt denn die Gastfreundschaft für den Camper? Ja es gibt total freundliche und nette Leute in den Ländern unserer Reisen und sie freuen sich, dass jemand kommt und Geld ins Land bringt. In vielen Hotels und B&Bs ist man ja auch meistens sehr freundlich – eben nur zum Camper nicht. Weil er schlecht ist??

Was meint ihr denn dazu? Schreibt es gerne in die Kommentare.

4 Kommentare

  1. So extrem haben wir es noch nicht erlebt und sind häufig in Italien unterwegs. Klar gab es einiges was nicht so toll war: laukaltes Wasser, begrenzte Duschzeit und Gemeinschaftstoiletten für Männlein und Weiblein. Aber der Preis war dann auch unterdurchschnittlich. Der teuerste Platz war auf Sardinien, mit 45 Euro pro Nacht. Aber das war schon eine sehr luxuriöse Anlage. Manchmal lässt die Freundlichkeit zu wünschen übrig. Wir wurden einmal gefragt, ob wir Deutschen es nicht für nötig halten in der Hauptsaison zu reservieren? Na nee…wir sind eigentlich sehr spontan und wissen heute noch nicht, wo wir morgen hin wollen. Und da die Campingbranche boomt und alle Plätze in den Ferien voll sind, wird sich das wohl auch nicht ändern.

    Viele Grüße
    Stine

    • Hallo Stine,

      Da hast du vollkommen recht, solange die Plätze voll sind hat man es ja gar nicht nötig was zu ändern. Reservieren?? Genau das ist es doch was wir am campen lieben: Kommen und gehen wann man möchte. Keine festen Termine, sich frei fühlen.

      Danke für deinen Kommentar. Liebe Grüße und einen schönen Camping Sommer.

      Regine

  2. warum tut ihr euch das an?
    Fahr weiter, fahr woanders hin.
    Schlechte Geschäftsleute gibt es überall, sicher auch in der Camping-Branche.

    • Lieber Torsten,

      das fragen wir uns manchmal auch. Und wir sind weiter gefahren – woanders hin. Aber es wurde nicht besser. Leider ist dieser Bericht ein Querschnitt von 2 Wochen Urlaub auf Sizilien. Also kein Einzelfall. Und es wurde nicht besser … Ausser im Hotel – da wurden wir “gut behandelt”.

      Leider zieht hier auch nicht der Spruch “Du musst selber handeln, sonst wirst du behandelt – und das meistens schlecht.”
      Deshalb wahrscheinlich auch der Blogbeitrag.

      Liebe Grüße und einen schönen Sommer

      Regine

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