Anfang April und die Vorbereitungen liefen die letzten Tag auf Hochtouren. So ein bisschen mulmig war uns ja schon, als wir im strömenden Regen zu unserem Sizilien-Urlaub am 11.4. starteten. Entgegen unseres ursprünglichen Plans auf zwei Etappen nach Genua zu fahren, sind wir am Morgen um 8 Uhr los gefahren und waren tatsächlich gegen 17 Uhr in Genua. Obwohl es ja fast 10 Stunden sind, ist die Zeit so schnell vergangen, dass wir erstaunt waren, dass wir schon in Genua waren. Die Fähre hatten wir schon vor einigen Wochen gebucht. Auf den Buchungsunterlagen stand, man müsse sich noch im Büro die Tickets holen. Es war erst mal etwas verwirrend für uns, wo das Büro denn nun sein sollte. Unser Navi behauptete vor einem Einkaufscenter hier wären wir richtig. Wir wollten es nicht glauben und fuhren noch einmal um den Block herum und gleich zum Anleger. Dort erklärte uns ein sehr freundlicher Angestellter von „Grande Novi Velice“ wo wir das Ticket bekämen. Es war tatsächlich in dem Einkaufszentrum – im 1. Stock. Wer hätte es gedacht.

Wir wurden dann mit unserem Bulli in die Warteschlange eingewiesen. So wendig und flott wir mit ihm unterwegs sind, so klein machte er sich dann auch zwischen den ganzen großen Wohnmobilen aus. Wir haben uns in Hafennähe noch eine Pizza gegönnt und waren pünktlich zum Einschiffen gegen 21 Uhr an Bord unseres Bulli. Wir waren zwar ganz vorne in der Schlange gestanden aber in einer der letzten Spuren und so mussten wir ganz schön warten, bis wir an die Reihe kamen. Denn – ‚Die Ersten werden die Letzen sein.’ So war es denn auch. Irgendwie sollten wir dann noch auf dem ersten Deck wenden und rückwärts in den Bauch des Schiffes fahren, aber nachdem ich mich blöd gestellt habe, hat der Einweiser den Kampf aufgegeben und ich bin einfach so in das untere Deck gefahren. Ganz schön eng stehen die Fahrzeuge und wenn man sie so in der Masse sieht, dann fahren da viele – wirkliche viele Fahrzeuge mit.

Dann ging alles ganz schnell, wir nahmen unsere Taschen und folgten der Masse hinauf ins Schiff. Dort gab man uns eine Keycard und wies uns den Weg zu unserer Kabine: Deck 8, Steuerbord Nr 8110. Zwei Betten, eins rechts eins links und sogar ein drittes Bett zum herunterklappen gab es. Das Bad klein aber mit Dusche und alles ganz ordentlich. Keine 5***** aber für eine Nacht taugt es. Und schon waren wir auf hoher See. Man merkte kaum, dass sich das Schiff bewegte. Tags darauf nahm der Seegang etwas zu – aber alles kein Problem. Gegen 17:30 Uhr mussten wir das Zimmer verlassen und der Ankunft in Palermo, die um 19 Uhr geplant war, in einem der Restaurants auf dem Schiff entgegensehen. Und wir sahen Palermo entgegen – im strömenden Regen. Nicht wirklich lustig …

Irgendwann wurden wir aufgerufen und wie schon erwartet, waren wir bei den ersten dabei, die die Fähre verlassen durften. Das Navi war schon auf den Innenstadt-Stellplatz ‚Green Car Camper’ programmiert und dann ging’s los – mitten durch Palermo. Hei, das ist lustig. Von rechts und links rasen die Autos an einem vorbei, hupen und man hört quietschende Reifen und zu allem gackert Lisa, die Navitante, dann zum gefühlten hundertsten Mal: „Fahren sie um den Kreisverkehr herum, dritte Ausfahrt, dann halten sie sich links.“ Mein Gott, da ist alles gesperrt, Baustelle oder sonst was. Also fahre ich mit dem Verkehrsstrom durch die engsten Gassen. Also als Ponyhof kann man das Fahren durch die Stadt nicht gerade bezeichnen. Und siehe da, noch einmal rechts und dann ist der Platz auch schon auf der rechten Seite. Na bitte, geht doch.

Es ist mittlerweile dunkel und wir werden eingewiesen. Wir, mit unserem kleinen Bulli, kriegen nicht mal einen richtigen Platz und stehen einfach mitten auf dem riesigen Platz außerhalb der Markierungen. Aber so wollte der Wächter das. Sehr freundlich nimmt er unsere Personalien auf und zeigt uns Duschen und WC. Alles ist da und auch sauber.

Eine Essenempfehlung mit einer wilden Zeichnung, die uns dort hinführen soll, bekommen wir auch noch. Wir halten uns streng an die Zeichnung und kommen – wo? –  im Nichts an. Zum Glück gabelt uns ein junge Frau auf, und zeigt uns auf ihrem Handy wie wir laufen müssen. Jetzt wo wir es wissen – es hätte so einfach sein können, wenn man den Weg andersherum genommen hätte. Aber gut – angekommen in Trattoria „La Grotta“ haben wir dann sehr gut und typisch sizilianisch gegessen. Keine feine Kneipe, aber authentisch und das Essen war gut. Voll mit wild gestikulierenden Italienern, deren lärmenden Kinder und der Lärmpegel entsprechend. Einfach schön.

Wir schlafen friedlich ein – unsere erste Nacht im Bulli seit dem Herbst. Nächtens plätschert der Regen auf unser Dach und wiegt uns in den Schlaf. Am Morgen ist es wieder trocken und wir gehen erst mal frühstücken. Eigentlich wollte ich die Bedienung hinter der Theke ja nur was fragen, aber dann bekamen wir zu unseren Croissants und unserem Kaffee auch noch ein Kaffee-Granito. Im Gesamten gesehen, war es letztendlich dann ein ganz stimmiges Frühstück.

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