Von Soroa nach Santa Clara

Es ist ein weiter Weg für diese eine Tagesetappe. 360 km über die Autopista. 8:30 Uhr und wir sind startklar. Es geht quer durch das Land nach Santa Clara. Am Nachmittag haben wir unser Hostal Amalia, unweit des Zentrums gefunden. Mal wieder eine schmale steile Treppe, die zu den Zimmern führt. Aber „wir werden geholfen“, das Zimmer ist sauber und die Herren Betreiber freundlich. Sind wir von den vorherigen Quartieren von einer Bettenanhäufung verwöhnt, sieht uns jetzt ein kleines französisches Bett entgegen, das bei jeder Bewegung freundlich grunzt. Aber ist ja nur für eine Nacht.

Ein Ausflug zum Postamt

Wir haben den Schlüssel des letzten Casas versehentlich eingesteckt. Die Post ist nicht weit und es darf ja nicht so schwer sein, den Schlüssel in einen Umschlag zu stecken und dort hinzuschicken. Denkste …

Also, in einem Kuvert einen Schlüssel versenden, das geht ja schon mal gar nicht. Ach so – aber wir wollen ihn versenden, egal wie. Wir bleiben einfach stehen, spanisch diskutieren können wir eh nicht und englische Worte sind den Damen dort fremd. In unserer Hilflosigkeit nimmt man sich uns an. Plötzlich ist ein kleiner Karton da, etwas Styropor, in den der Schlüssel gebetet wird, er wird in die Schachtel geschoben und zu guter Letzt wird das kostbare Päckchen noch eingewickelt. Es kommen Stempel und noch mal Stempel rechts und links und oben und unten drauf und nun soll die Adresse folgen. Ich zeige die Anschrift, die ich im Handy gespeichert hatte. Das sei keine Adresse. Non, non non … Tja, eine andere habe ich nicht. Es wird lange in den Computer geguckt, eine zweite Dame kommt hinzu. Ratlose Gesichter. Es fehlt woh so etwas wie eine Postleitzahl. Jetzt muss erst einmal ein Keks oder zwei gegessen werden. So ein Stress aber auch heute …

Man soll es nicht glauben, nach einer knappen halben Stunde geht das Päckchen auf die Reise. Mit Stempel, adressiert und frankiert. 3,05 CUC zahlen wir für die Briefmarken. Ob es ankommt?? Wir werden es nie erfahren.

Santa Clara – eine moderne Provinzhauptstadt

Und was ist sonst noch mit Santa Clara? Die ganze Stadt lebt von der Glorie von Ernesto Che Guevara. Hier hat er seine bedeutendste Schlacht im Bürgerkrieg geschlagen. Es gibt ein großes Che-Denkmal, unter dem er begraben sein soll. Auch seine Gspusi, die deutsche Tamara Bunke, die sich als einzige Frau den Befreiungskämpfern angeschlossen hat, liegt hier im Tod mit ihm vereint. Wir laufen hin, machen Fotos von außen, denn in den Museumsräumen unterhalb des Denkmals ist fotografieren verboten. Man darf nicht einmal mit Fotoapparat hinein, den muss man irgendwo deponieren. Ach nee, dann lass mal gut sein.

Allerorten findet man Souvenirs mit dem Konterfei von Che. Tasse, T-Shirt, Taschen und Teller alle mit Che. Das Marktl* von Kuba – quasi.

Dann gibt es noch den Parque Vidal. Wie der Name schon sagt, ein fideler Platz. Rundum stehen prächtige Gebäude in mehr oder weniger gutem Zustand. Wir setzen uns auf eine der Parkbänke und beobachten das Treiben der Stadt. Plötzlich kommen aus allen Winkeln Schulkinder jeglicher Altersstufen hervor und werden in Reih und Glied aufgestellt. Sie sind sehr diszipliniert, obwohl nur wenige Lehrer dabei sind, behalten sie Ruhe, stehen brav in einer Reihe und harren irgendwelcher Dinge, die sich uns nicht erschlossen haben. Manchmal setzen sie sich wie in einer Laola-Welle, werden dann aber kurz darauf wieder aufgescheucht und müssen wieder stehen. Da sie keine Fähnchen dabei haben, sind sie sicher nicht zu unserer Begrüßung dort angetreten. ;)) Oder doch, und wir haben es nur nicht verstanden?

Unser Abendessen nehmen wir auf der Dachterrasse des Hostals ein. Ein typisch kubanisches Gericht, etwa so etwas wie „pulled Pork“ nur vom Rind. Naja, geht so.

Fazit – Santa Clara kann man besuchen, muss man aber nicht.

*) Marktl im Landkreis Altötting ist der Geburtsort von Pabst Benedikt XVI. Hier wird man auch von Souvenirs aller Sorten, geschmückt mit des Pabstes Konterfei zugeschüttet.

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