Von Santa Clara nach Trinidad

Wie im Reiseführer empfohlen, nehmen wir nicht den direkten Weg von Santa Clara nach Trinidad, sondern fahren über Cienfuegos. Nachdem wir nun die Straßenverhältnisse kennen, folgen wir gerne einer Empfehlung für komfortableres Reise. Wir machen eine kleine Stadtrundfahrt mit unserem Auto durch die Cienfuegos und entlang des Prado am Meer. Mit dem Kaffee klappt es mal wieder nicht und wir fahren weiter. Rechts und links von uns begleiten uns große Zuckerrohrfelder. Wir erreichen die Küste und mit Meerblick geht es in Richtung Trinidad.

Trinidad – eine koloniale Schmuckschatulle

Trinidad – den Wegweisern zum Historical Center folgend, überwinden wir tiefe Löcher im Kopfsteinpflaster. Die Straße unseres Hostals ist eine Einbahnstraße und so fahren wir ein paar Schleifen. Begleitet von vielen jungen Männern, die uns ihre Dienste anbieten und eigentlich nur mehr Verwirrung stiften, als Hilfestellung geben. Ich ignoriere alle mit stoischer Ruhe. Soweit möglich, wende ich ein paar Mal mitten auf der Straße und dann stehen wir auch schon vor dem Haus.

Es sieht so ein bisschen nach Ruine aus. Aber es gibt eine Klingel, wir benutzen sie. Da schieben sich durch die Holzlamellen der Haustüre ein paar nageldesignte Fingernägel und die Türe öffnet sich in einen großen Wohnraum. Hier lernen wir mal wieder so einiges über die kubanische Wohnkultur. Porzellanfigürchen und Bilder von Enkelkind und Tochter zieren die Wände. Die Große der Bilder ist schon im oberen Bereich angesiedelt. Es stehen auch zwei Fahrräder im Wohnzimmer, man kann sie mieten. Und auch der künstliche, in allen Farben funkelnde Weihnachtsbaum, steht noch im Zimmer.

Unser Zimmer ist zweckmäßig mit Klimaanlage, Safe, Kühlschrank und Haarföhn ausgestattet. Sieht man mal von der einen Wand ab, die von einem Wassserrohrbruch oder ähnlichem zeugt, ist alles ganz ordentlich. Wasser kommt aus der Leitung – auch warm. Nur das Bett quält sich mal wieder lautstark mit uns rum … Knarr knarr ….

Vom Schmugglerstädtchen zum Schmuckkästchen

Das Städtchen ruft mit seinen Klängen und der Platz Mayor, bzw. die schräg gegenüberliegenden Treppen neben der Iglesia Parroquial de la Santísima Trinidad, bieten ein schönes Plätzchen, um den Salsaklängen einer Liveband zu lauschen und ein bisschen Internet zu checken. In der Abendsonne genießt man hier den Mojito to go und fühlt sich mal wieder wie ein Statist in einer Filmkulisse.

 

Der nächste Tag gehört der Stadt – ein ausführlicher Bummel durch die Gassen, wir absolvieren brav das Besichtigungsprogramm und statten den Museen unseren Besuch ab. Auch wenn wir vieles nicht verstehen, weil mit ausschließlich spanischer Beschreibung wir lernen so einiges über Land und Leute und die Revolution.

Auf den Spuren der Zuckerbarone

Sonntag – wir fahren mit dem Auto ins Tal Los Ingenios. Dort wo früher die Zuckerbarone ihre Haziendas hatten und Zuckerrohr anbauten, soweit das Auge reichte. Ein Anwesen ist noch als Museum erhalten und kann besichtigt werden. Wenn auch nur noch die Grundmauern der Produktion stehen, bekommt man einen Eindruck vom damaligen Leben und Arbeitsprozess. Es war ganz offensichtlich eine blühende Produktion von Zucker und Rum und nicht umsonst war Kuba die reichste Kolonie der Welt. Die vergangene Pracht der Häuser in den Städten, wie auch in Trinidad, sind dafür heute noch lebendiger Beweis.

Als die Sklavenhaltung beendet wurde, durch Aufstände und loyale Plantagenbesitzer, wurde die Erzeugung immer teurer und als dann auch noch Mitte des 19. Jahrhunderts der Zuckerpreis auf dem Weltmarkt sank, weil man Zucker nun auch in Europa aus Zuckerrüben günstig herstellen konnte, ging es mit den Zuckerbaronen dahin.

Der Staat übernahm nach der Revolution die Produktion in volkseigenen Betrieben und hat noch in den 70er Jahren Spitzenwerte von 8 Mio. t erreicht. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion, dem großen Bruderland von Fidel Castros Kuba, sank die Produktion auf einen Tiefstand. Die 156 Zuckerrohrfabriken wurden geschlossen und Fidel rief 2005 das Ende der Zuckerproduktion aus. Was er aber bereits ein Jahr später wieder zurücknahm, weil der Preis jetzt wieder stieg. Soviel zur nachhaltigen Wirtschaftspolitik in Kuba und unserer Theorie zur Revolution und deren Anführer. Dazu hier.  

Wir ersteigen den Torre Iznaga und fahren zurück, um am Nachmittag dem NationalparkTopes de Collantes im Norden von Trinidad einen Besuch abzustatten. Es geht auf 850 m hinauf. War unten in Stadtnähe noch herrliches Wetter und warme Temperaturen befinden wir uns plötzlich mitten in den Wolken und können nur noch wenige Meter sehen. Es regnet. Nicht die idealen Ausgangsvoraussetzungen für einen kleinen Spaziergang durch den Wald zum Wasserfall. Wir besuchen das Informationszentrum, hier auch wieder alles auf spanisch, und machen uns auf den Rückweg. Eine herrliche Aussicht auf der Fahrt durch eine interessante Landschaft entschädigt uns.

Mit der Reiseagentur “ERLEBE KUBA” hatten wir einen kompetenten Partner für unsere KUBA Reise an unserer Seite.

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    2 Kommentare

    1. Hallo Regine! Wow, ich war vor etlichen Jahren auch mal in Kuba und bin damals mit dem Bus herumgefahren, weil nix anderes ging. Komisch zu sehen, dass es jetzt sogar Mietwagenunternehmen gibt. Toller Beitrag und echt schöne Fotos!

      • Hallo Anne,
        das war sicher spannend ausschließlich mit dem Bus Kuba zu bereiseen. Man kann immer noch mit den Bussen reisen, hat dann natürlich nicht die Verantwortung des Autofahrens, andererseits ist man auch nicht so frei. Es sind mittlerweile sehr viel Mietwagen unterwegs. Da entwickelt sich ein ganzer Gewerbezweig. Danke für das Kompliment für Beitrag und Fotos.
        Dir eine schöne Zeit und liebe Grüße

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