Am nächsten Morgen starten wir Richtung Kruger Nationalpark. Da wir gestern keine Gelegenheit hatten, God’s Window zu besuchen, machen wir auf der Route einen „Schlenkerer“ und besuchen die Stadt Graskop, von der man das God’s Window erreicht. Vom Parkplatz führt ein kleiner Weg hinauf zu dem herrlichen Aussichtspunkt und durch den sogenannten Regenwald zur höchsten Stelle. Der Ausblick ist sensationell. Weit kann man sehen, auch wenn es heute ein wenig dunstig ist.

Wir sehen auf die Uhr und beschließen direkt zum Kruger Park zu fahren. Wollen wir doch heute noch die erste Ausfahrt mitmachen. Am Tor müssen wir erst ein Ticket kaufen. Pässe und Voucher werden abgefragt, ein Formular muss ausgefüllt werden und endlich dürfen wir passieren, nachdem ein Wachmann sich davon überzeugt hat, dass wir außer unserem persönlichen Gepäck keine Waffen für die Großwildjagd mit uns führen. Wir fahren noch rund eine Stunde durch den Park und sehen die ersten Giraffen, Affen und Impalas. Über eine 4,5 km lange Offroadstrecke erreichen wir unsere Lodge. Die Rhino Post Safari Lodge gehört zu den wenigen Luxusunterkünften im Kruger Park. Sie hat die Erlaubnis einen bestimmten Bereich des Parks mit eigenen Führern zu befahren. Rezeption, Diningroom, Lounge und die Zimmer sind in vielen kleinen einzelnen Bauten untergebracht. Es gefällt uns sehr gut. Alles ist sehr gepflegt und mit allem ausgestattet was man braucht. Die Wände der Zimmer bestehen weitgehendst aus Zeltplanen und großen Glasschiebetüren, die selbstverständlich mit Fliegengittern versehen sind. Die Dusche befindet sich im Freien und vom großen Balkon hat man einen guten Blick zum Wasserloch und auf ein ausgetrocknetes Flußbett in dem manchmal Elefanten vorbeilaufen.

Unser Zimmer

Gegen 15:30 Uhr wird Hightea serviert – die afrikanische Variante zur Jause, wie wir sie von den österreichischen Hotels kennen. Und dann geht es um 16 Uhr los zu unserem ersten Game Drive. Bewaffnet mit Kamera und entsprechenden Objektiven klettern wir in einen offenen Toyota Jeep mit Rundumausblick. Unser Guide erklärt uns was wir alles nicht tun sollen – aussteigen, sich rausbeugen, aufstehen …. Sein Englisch ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber das wesentliche verstehen wir. Ein bisschen erinnert mich sein Englisch an ‚Dinner for One’ – wenn James gerade die dritte Runde macht.

Und dann begegnet uns auch schon unsere erste Giraffenfamilie, mehr oder weniger gleich hinter der Lodge. Wir fahren Sandpisten entlang und es rumpelt und scheppert und vermittelt uns das Gefühl von Abenteuersafari. Nun so soll es wohl auch sein. Da quert auch schon eine Elefantenfamilie unseren Weg.

Auf einem Baum sitzen ein paar Geier. Wir bleiben stehen und beobachten wie es plötzlich immer mehr werden. Und dann sehen wir auch am Straßenrand ein totes kleines Impala liegen. Es wird spannend, wie auf Kommando stürzen sich die Geier auf den Kadaver und nach wenigen Minuten ist nur noch das Fell und das Gerippe übrig. Da schleicht sich eine Hyäne an. Ganz vorsichtig und langsam nähert sie sich dem Getümmel. Wie auf Kommando fliegen alle Geier auf und überlassen der Hyäne die Reste. Sie schnappt sich den verbleibenden Teil des Impalas und verschwindet stolz mit ihrer Beute im Gebüsch. Das war ein beeindruckendes Erlebnis, zeigt es und doch deutlich, hier herrschen die Gesetze der Natur und sorgt für Ordnung im Busch. Nicht umsonst gehören Geier und Hyänen zum Buschaufräumkommando.

Wir fahren weiter. Seltene bunte Vögel entdecken wir, Rhinos wie sie aus dem Wasser spitzen und immer wieder Impalaherden. Ach, es ist herrlichen – ich fühle mich wie in Daktari oder in den Grizimekfilmen meiner Kindheit. Wir sind überrascht wieviele Tiere in kurzer Zeit zu sehen sind.

Da erreicht ein Funkspruch unseren Guide. Es sind Löwen gesehen worden. Jetzt legt er einen Zahn zu und wir rumpeln quer durchs Land in Richtung Löwen. Von weitem sehen wir sie schon mitten auf dem Weg liegen. Drei Löwen – ein Männchen und zwei Weibchen scheinen es zu sein. Und sie sind völlig entspannt und räkeln sich dort im lichten Schatten der Bäume. Unser Guide hat den Motor ausgemacht und wir rollen ganz leise heran. Nur wenige Meter von uns liegen sie da. Viele Fotos werden geschossen. Wir beobachten und freuen uns an der Entdeckung. Löwen sind eher selten zu sehen.

Es gibt einen Sundowner pünktlich zum Sonnenuntergang mit einem herrlichen Ausblick. Wir dürfen sogar aussteigen, was sonst strikt verboten ist im Kruger Nationalpark. Unser Guide hat Gin Tonic dabei und serviert auf dem herausklappbaren Kühlergrill mit weißer Tischdecke unseren Sundowner.

Es wird sehr schnell dunkel und mit einem zusätzlichen Schweinwerfer bewaffnet, mit der er nach rechts und links leuchtet, fahren wir nach Hause. Unterwegs entdecken wir noch eine schwarze Mamba, die in einem Baum hängt.

Es ist stockfinster als wir die Lodge erreichen. Wir dürfen nur in Begleitung des Guids zu unserem Zimmer gehen. Alle Gäste werden auf ihre Zimmer gebracht. Gegen 8 Uhr werden wir wieder abgeholt und zum Abendessen begleitet. Mittlerweile hat sich eine Hyäne am Wasserloch eingestellt. Andere Gäste erzählen, sie wäre gerade aus Richtung Küchenhütte gekommen und im Gebüsch verschwunden. Aha – Abendessen mit Hyänen.

Im Diningroom ist ein langer Tisch wunderschön eingedeckt und alle ca. 20 Gäste sitzen an einer langen Tafel. Es wird das Abendessen mit Vorspeise, Hauptgericht und Dessert serviert und es ist köstlich. Satt und zufrieden überfällt uns die Müdigkeit und wir lassen uns auf unser Zimmer geleiten, da wir ja um 4:30 Uhr wieder geweckt werden um zum Morning Drive zu starten.

Klopf – klopf – schon ist die Nacht um. Schnell in die Klamotten springen und nochmal mit Moskitospray einsprühen, da der KrugerPark Malaria Gebiet ist. Ich ziehe meine Moskitosocken an und mein Moskitohemd. Man weiß ja nie …

In den Tagen im Kruger Nationalpark habe ich keine einzige Mücke gesehen und bin auch von keiner gestochen worden. Das Moskitozeugs (Nobite) scheint wirkungsvoll zu sein. Wir haben auf eine Malaria Prophylaxe bewusst verzichtet, da uns die Nebenwirkungen zu heftig sind. Aus Erfahrung weiß ich, dass es für mich nicht das Mittel der ersten Wahl ist. Daher haben wir uns mit entsprechenden Mückenschutzmittel und auch einem Kleiderspray ausgestattet. Und auch verwendet ;)) – meistens krankt es ja daran, dass die Mittel nicht verwendet werden.

Schnell noch einen Kaffee und eine kleine Birne als erstes Frühstück und schon geht es los. In der Morgendämmerung sehen wir die erste Hyäne – ob es die vom Abendessen ist? Sie sieht eigentlich ganz niedlich aus. Es macht Spaß die Landschaft mit aufmerksamen Blick abzuscannen. Sobald einer etwas entdeckt ruft er ein lautes Stop – und Ron, unser Guide, hält an und weiß etwas über die Tiere zu berichten. Es macht Spaß. Sogar einen Leoparden sehen wir – leider nur wie er gerade im Gebüsch verschwindet.

Als wir gegen 9:30 Uhr zurückkommen ist bereits das Frühstück/Brunch aufgebaut und wir lassen es uns schmecken. Den Tag verbringen wir auf unserer Terrasse und warten darauf, dass sich im ausgetrockneten Flußbett vor unserem Zimmer ein Leopard oder ähnliches anschleicht. Leider nicht – aber Elefanten kommen vorbei.

Es ist das ewige Hoffen auf einen guten Shot auf einen Leopard. Entweder ist es zu dunkel oder der Leopard einfach zu schnell. Sie sind scheu, diese Tiere. Zweimal treffen wir einen und zweimal bin ich zu langsam – oder eben er zu schnell. Immer kriege ich ihn nur noch von hinten. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

So verbringen wir zwei Nächte mit jeweils zwei Ausfahrten auf der Rhino Post Safari Lodge. Es ist sehr angenehm und hier kann man es gut aushalten. Nach dem zweiten Morning Drive geht unsere Reise weiter in den südlichen Teil des Kruger National Parks.

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