Am nächsten Morgen werden wir zurück zu unserem Auto gebracht und machen uns auf zur nächsten Station unserer Reise. Der iHluHluwe Imfolozi Park. (sprich: Schuschuwe Imfolozi).

 „Der Hluhluwe­ Imfolozi National Park ist der älteste Nationalpark Afrikas. Inmitten der üppig bewachsenen Hügellandschaft des Zululandes, hat sich das knapp 900 Quadratkilometer große Schutzgebiet vor allem der Rettung der bedrohten Breitmaulnashörner verschrieben. Aber auch die Big Five und andere Wildtiere sind hier zu Hause. Hluhluwe und Imfolozi (seit 1992 zusammengeschlossen) wurden im Jahr 1895 gegründet. Anfang der 1960er Jahre war das Breitmaulnashorn vom Aussterben bedroht. In Imfolozi existierten weltweit die letzten bekannten Vorkommen. In der „Operation Rhino“ fing man Exemplare ein und schickte sie an Reservate und Zoos in der ganzen Welt, so dass sich die weltweiten Bestände inzwischen erholt haben. Heute finden ähnliche Bemühungen mit dem Spitzmaulnashorn statt. 1999 wurde außerdem ein Projekt zur Erhaltung der Löwen gestartet bei dem der Bestand durch neue Tiere ergänzt wurde.“ (Wikipedia)

Wieder ein Gate, an dem man sich anmelden muss. Das Navi und die Karte zeigen einen einfachen Anfahrtsweg. Geht auch gut bis zur Abzweigung am Gate 7. Die ersten Kilometer sind noch ganz harmlos auf der unbefestigten Straße. Dann werden die Löcher und Gräben im Weg tiefer und der Weg enger. Wir sehen ein Kudu, eine Giraffe und ein paar Elefanten. Vor uns fährt noch ein Auto, mit offensichtlich dem gleichen Ziel. Ich halte etwas Abstand, damit ich die nächste Steigung mit Schwung nehmen kann. Da bleibt der Wagen vor uns einfach stehen. Hat er was entdeckt? Gar einen Leoparden …? Kommt er nicht mehr weiter?? Ich fahre dichter ran. Man soll ja nicht aussteigen, wegen der wilden Tiere, Harald schaut aber dann doch mal um die Ecke.

Ein großer Ast liegt quer über der Straße. Hier haben vor kurzem Elefanten den Weg gekreuzt und Bruchholz produziert. Die Lodge sei schon verständigt, sagt unser Vorausfahrer und kurz darauf kommen ein paar kräftige Jungs und räumen den Weg wieder frei. Mit Schwung erklimmt unser Toyota die letzten Steigungen auf die Höhe der Lodge.

Rhino Ridge Safari Lodge ist ein privates Unternehmen. Es sind die gleichen Betreiber wie die Rhino Post  und die Kosi Forest Lodge. Ein tolles Projekt wurde hier verwirklicht. Hoch in den Bergen wurden einzelne Doppelbungalows rund um ein Haupthaus gebaut. Die einzelnen Bauten fügen sich grandios in die Landschaft ein. Der Baustil ist sehr modern und die Häuer sind sehr chic eingerichtet. Es ist alles da, was man sich so wünscht.

Um 15 Uhr gibt es einen kleinen Lunch und dann geht es auch schon los zu unserer ersten Nachmittagssafari. In kleinen Gruppen mit 6 Personen fahren wir in einem offenen Jeep durch den Park. Wir sehen viele Tiere und immer wieder sind wir überrascht, wie nah sie zur Straße kommen. Es ist ein Paradies zum fotografieren. Wir machen Safari – der Sport ist das Beobachten und Entdecken. Die Tiere, die direkt zur Straße kommen sind einfach zu entdecken und es ist toll, dass man sie so nah fotografieren kann. Jedoch die Tiere zu entdecken, die entfernt stehen, ist nicht ganz so einfach. Erstaunlich, das manche Gäste den Rhino – oder den Elefantenblick haben. Ihnen entgeht selbst auf dem entferntesten Hügel nicht eines ihrer favorisierten Tiere. Es macht einfach Spaß.

Wenn plötzlich einer etwas entdeckt, ist es immer spannend, wie lange ich selber brauche, um auch ein verstecktes Rhino zu entdecken. Die Guides überraschen uns immer wieder mit ihrem scharfen Blick. Da wo ich, und nebenbei bemerkt alle anderen, nichts aber auch gar nichts sehen, da zeigt er ins Gebüsch und behauptet dort ein Löwenpärchen zu sehen. Wenn ich lange genug hinsehe, die Kamera zu Hilfe nehme und angeleitet werde, über welchen Baum und Strauch ich peilen muss, sehe auch ich sie, wie sie dort faul im Gebüsch liegen. Das sind die aufregendsten Erlebnisse. Natürlich funktioniert auch hier der Buschfunk und die Guides verständigen sich untereinander, wo man was gerade sehen kann.

An einem Morgen fahren wir bis zum anderen Ende des Parks. Dort wurden Löwen gesichtet. Ehrfurchtsvoll bleibt unser Guide vor einem Busch stehen und behauptet steif und fest, da wären Löwen drin. Er zeigt hin und meint, dass er sogar den Kopf gesehen hätte – aber sorry ich sehe da nichts. Ein bisschen frage ich mich, ob er uns wohl auf den Arm nimmt. Am Nachmittag fahren wir nochmal an die gleiche Stelle und was soll ich sagen – just in dem Moment, als wir dort ankommen, spaziert eine ganze Löwenfamilie aus dem hohen Gras direkt auf die Straße und an uns vorbei. Ein Männchen, zwei Weibchen und drei kleine Babylöwen. Es ist richtig aufregend. Die Kameras klicken nur so, obwohl jeder versucht, so wenig Geräusche wie möglich zu machen. Natürlich sehen uns die Löwen, aber es scheint, dass sie schon daran gewöhnt sind fotografiert zu werden, wenn sie sich zeigen. Netter Zug von der ganzen Familie zu einem kleinen Shooting auf die Straße zu kommen. Und so verschwinden sie dann auch kurz darauf wieder im hohen Gras und setzen ihren Weg zum nächsten Wasserloch fort. Sobald sie auch nur 10 Meter im hohen Gras und Gebüsch von der Straße entfernt sind, kann man sie nicht mehr sehen. Puh, das war toll. Also hatte unser Guide doch recht, als er am morgen behauptete, dass an dieser Stelle Löwen zu finden seien.

Kurz darauf begegnet uns ein weiterer Jeep und als wir aneinander vorbei fahren wollen, kommen zwei große ausgewachsene Rhinos auf die Straße. Sie schauen rechts und links und man merkt, dass sie sich etwas bedrängt fühlen zwischen den Jeeps. Hinter uns hält noch ein normaler Pkw, jedoch leider auf der anderen Straßenseite, sodass die Straße richtig blockiert ist. Die Rhinos kommen mit ihren riesigen Hörner direkt auf uns zu. Was passiert jetzt? Gibt das Rhino dem Jeep einen Schups?? Kurz vorher wenden sie sich ab und verschwinden wieder seitwärts im Gebüsch. Irgendwie sah das knapp aus. Unser Guide war aber ganz ruhig und ich denke wir mussten keine Sorge haben. Die wissen schon wie sich die Tiere verhalten. Ich glaube, das ist nicht anders wie auf den normalen Straßen auf denen ständig irgendwelche Kühe und Ziegen stehen. Man fährt auf sie zu, sie glotzen einen an und entweder hupt man laut und sie bewegen sich langsam gen Straßenrand oder man fährt im großen Bogen einfach um sie herum. Das ist eben Afrika – hier leben die Tiere auf der Straße. Solange der Mensch im Auto sitzt, sehen die Tiere ihn auch nicht als Gefahr. Das Gespann Auto-Mensch nehmen sie als eine Einheit wahr und diese sehen sie nicht als bedrohlich an.

So verbringen wir 3 Nächte in der Lodge mit einem sensationellen Ausblick auf die hügelige Landschaft und lassen uns mit sehr gutem Essen und süffigem Wein verwöhnen. Südafrika ist bekannt für seinen tollen Rotwein und ich liebe diese Weine, sie sind rund und schwer im Geschmack. Hier jedoch bei den relativ hohen Temperaturen freue ich mich auf spritzigen, eiskalten Weißwein. Das Angebot an südafrikanischen Weißweinen ist sehr umfangreich und alle sind sehr, sehr lecker. Bei Kerzenschein sitzen wir abends auf der langen Terrasse, die Grillen zirpen und die Nacht legt sich über den Park.

Drei Nächte sind dann aber auch wieder genug, zudem der Schlaf sehr kurz ist, da die Morgensafaris um 5:30 starten. Wir packen mal wieder die Koffer und weiter geht’s.

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