Wir wollen nach Khenifra um dann weiter Richtung Marakesh zu fahren. Es ist eine ganz schön lange Strecke und die Landschaft wird lieblicher, die Straßenverhältnisse besser und damit wird’s einfach auch langweiliger. Es gäbe einen Stellplatz in der Stadt, gleich neben der Polizei und man könnte dann zu Fuß in die Stadt laufen. Auch wenn die Stadt keine Besonderheiten bietet, wäre es doch ganz nett mal ein bisschen Stadtflair zu genießen. Der Platz stellt sich dann mal wieder als Flopp raus. Eng, klein, voll, uneben und sehr viel Gewühl drum herum.

Also weiter. Ca. 20 km ausserhalb gäbe es noch zwei hübsche Plätze inmitten der Natur. Bei der Ausfahrt aus der Stadt stehen große Bagger und baggern Schlamm und Erde von der Straße. Auch hier scheint es heftigst geregnet zu haben und von den Bergen hat es Schlammmassen runtergespült. Nach 10 km beschließen wir umzudrehen. Es liegt so viel Schlamm auf der Straße und die Übernachtungsplätze seien nur bei trockener Witterung empfehlenswert. Wohin dann? Weder der Womoführer noch „park4night“ gibt was Anständiges her. Kurz vor den Toren der Stadt sei eine Tankstelle mit Rastplatz und da hätten schon mal Menschen übernachtet. Ok, jetzt zwei mehr. Der absolut hässlichste Platz auf der Reise. Ein riesiger Platz mit Tankstelle und Cafe und früher, bzw. vor Corona war da auch ein kleiner Freizeitpark. Wir machen alles zu – dann sehen wir nichts und ab 21 Uhr ist erstaunlicher Weise auch Ruhe bis zum nächsten Morgen um acht Uhr. Irgendwann am Abend klopft es an der Tür, wir öffnen und ein vermeintlicher Parkplatzwächter will 20 MAD. Wir verstehen es nur nicht gleich und zucken mit den Achseln. „Je ne parle pas français.“ Er geht ärgerlich weg und kommt kurz darauf wieder, um dann von uns 50 MAD oder 5 Euro zu verlangen. Wir zucken immer noch mit den Achseln und lächeln ihn höflich an. Auf englisch erklären wir ihm, dass wir im Büro beim Chef gefragt hatten, ob wir hier übernachten dürfen und wir die Erlaubnis haben. Von Gebühren hat keiner was gesagt. Entnervt zieht er ab und kommt auch nicht wieder. Wir denken das war ein selbsternannter Parkplatzwächter. (Es war so hässlich, dass ich gar kein Foto machen wollte.)

Die Nacht ist ruhig und am nächsten Morgen wollen wir erst mal dem Carrefour einen Besuch abstatten. Und ein Cafe hätten die auch, um dort zu frühstücken. Das kleine Frühstück mit Ei und Kaffee, O’saft frischgepresst, Oliven, Brot und Käse mundet uns. Es ist neun Uhr, der Supermarkt öffnet, wir zahlen für beide Frühstücke insgesamt 50 MAD (5 €) und gehen shoppen. Hier soll es auch Wein geben. Die Vorräte könnten eine kleine Aufstockung gebrauchen. Man sieht nichts und ich frage nach Vin. Das sei außerhalb, ‚ums Haus rum‘ sozusagen. Wir fahren mit dem Auto um das Gebäude rum und tatsächlich steht auf der Seite eine Tür offen. Keine Beschriftung, nichts, ganz unscheinbar. Könnte auch ein Mitarbeiter- ausgang für Raucher sein. Ich sehe vorsichtig hinein. Dort stehen volle Regale mit allem was das „Trinkerherz“ begehrt. Auch Wein – sogar aus Marokko. Er soll angeblich ganz gut sein. Man darf dort auch nicht fotografieren – es ist extra ein Schild angebracht. Wir kaufen mal ein paar verschiedene Sorten ein. Fein – jetzt haben wir also wieder unsere Vorratskammern voll.

Wir starten zur nächsten Tagesetappe von 235 km zu den „Cascades Ouzoud“. Es gibt hier einen netten Campingplatz „Camping Ouzoud Zebra“, den mal ein holländisches Ehepaar gebaut hat, aber bereits seit 9 Jahren von zwei jungen Männern betrieben wird. Es ist ganz ordentlich und es funktioniert erstaunlich viel.

Zuerst statten wir den Wasserfällen einen Besuch ab. Die Beschilderung ist etwas rudimentär bis nicht vorhanden, aber man muss einfach nur der Masse, bzw. den großen Bussen nachfahren. Es gibt dort auch einen Übernachtungsplatz, auf dem wir für die Zeit der Besichtigung stehen. Eng, uneben und voll. Da gefällt es uns beim „Zebra“ besser. Der Weg zum Aussichtspunkt führt an gefühlten hunderten Souvenierläden vorbei. Unterwegs gibt es ein paar Affen, die dort gefüttert werden und für ein Foto auch mal einem Touristen auf den Kopf steigen. Also wenn man das möchte … Und dann sehen wir sie auch schon – vier große Wasserfälle, die aus dem Berg rausschießen. Ein sehenswertes Naturschauspiel. Keine Niagarafälle, aber ganz nett. Die Ouzoud-Fälle sind die höchsten und wasserreichsten Wasserfälle Marokkos. Am imposantesten sind sie nach den winterlichen Regenfällen im Frühjahr – das bleibt uns jetzt verborgen aber auch so sind sie sehenswert.

Zum Abendessen gibt es mal wieder Tajine – „Tajine Zebra“, wenn auch ganz anders als bisher und sehr lecker. Mit Weintrauben, Äpfeln und Rindfleisch. Hier kommen wir der Sache geschmacklich schon näher. Geht doch …

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