PETER LINDBERGH
FROM FASHION TO REALITY
13. APRIL – 27. AUGUST 2017

Selten bin ich so begeistert wie von dieser Ausstellung. Ganz große Klasse. Peter Lindbergh (*1944) ist einer der einflussreichsten Fotografen der letzten 4 Jahrzehnte. Aufgewachsen in Duisburg widmete er sich erst der freien Malerei. Als Assistent von Hans Lux entdeckte er seine Leidenschaft für die Fotografie. Heute lebt und arbeitet er in Paris.

Es geht eine solche Faszination von seinen Porträts aus. Er schafft wie kaum ein zweiter seine Models zu «knacken». Die allseits, wenn auch unterschwellig bestehende Angst eines jeden Menschen der fotografiert wird, versteht er zu nehmen. Eine Fähigkeit, die grandios ist. Mit viel Einfühlungsvermögen, aber auch mit seiner einfach netten und freundlichen Art, geht er auf seine Models zu. Jedes seiner Porträts zeigt die einzigartige Persönlichkeit der Menschen. Retusche, um makellose Schönheit zu zeigen, verachtet er zutiefst. Warum muss man jede Falte und Regung, die die Menschen zu dem machen was sie sind entfernen, um nur noch Barbiepuppengesichter zu zeigen? Dies ist es eine seiner Kernaussagen, die seine Arbeitsweise charakterisiert.

220 Arbeiten, teilweise in imposanter Größe zeigt die Ausstellung. Jedes Bild ist für sich ein Kunstwerk und wer Menschen und ihre Gesichter mag, wird Einblick erhalten in die Seelen derer, die Peter Lindbergh mit seiner Kamera eingefangen hat. Natürlichkeit strahlen die Fotos aus. Der allzeit malträtierte Ausruf «Cheese», den der Knipser vor dem Abdruck auf den Auslöser ruft, wird hier verachtet. Dieses aufgesetzte Lächeln übertüncht alles – jegliche Gefühlsregung und Individualität einer Persönlichkeit.

Es wird eine ausführliches Interview und Dokumentation über Peter Lindbergh gezeigt, die man sich unbedingt ansehen sollte. Er fasziniert mit seiner Offenheit und Souveränität und man kann sich gut vorstellen, was es für ein Erlebnis sein muss, von so einem Künstler fotografiert zu werden. Hier werden unerreichbare Wünsche geweckt.

Fazit: Unbedingt hingehen – es lohnt sich.

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstraße 8 (in den Fünf Höfen)
80333 München
Tel: +49 (0)89 / 22 44 12
kontakt@kunsthalle-muc.de

Geöffnet: TÄGLICH 10–20 UHR

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