Die letzte Nacht in der Arctic Panorama Lodge war von vielen Polarlichtern, die ins Zimmer hineinleuchteten, begleitet. Vorausahnend hatten wir die Vorhänge nicht zugezogen. Es ist erhebend, wenn man dieses Lichterspiel sieht. Ich konnte ein paar Aufnahmen durch das Fenster machen.

Am nächsten Morgen fuhr unsere Fähre „schon“ um 9:20 Uhr. Man meint ja immer, man sei schrecklich früh auf den Beinen, weil es noch so dunkel ist, aber der Blick auf die Uhr sagt dann, dass 8:30 Uhr eine durchaus zivile Zeit fürs Frühstück ist. 

Wir werden zum Fähranleger gebracht und schieben die Köfferchen auf die Fähre. Nach etwa 30 Minuten landen wir wieder auf dem Festland und dort steht schon das Fahrzeug für unseren Weitertransport bereit. 

Es geht drei Stunden durch eine herrlich verschneite Landschaft, die wir lediglich im Dämmerlicht wahrnehmen, bis wir in Tromsø in unserem Hotel „Clarion Collection Aurora“ ankommen. Ein großer Kasten, bei dem man in Anbetracht der Tatsache, dass das Hotel direkt am Hafen liegt, versucht hat ihm eine architektonische Anmutung in Richtung Schiff zu geben. Die Zimmer sind klein, natürlich ohne Schrank und Kommode …

Tromsø – das Paris des Nordens … na ob diese Bezeichnung nicht ein wenig hochgegriffen ist? Klingt ja fast wie: Pittenhart – das München des Chiemgaus … Ok es gibtt hier ein paar Geschäfte und einige große Hotels, die alle rund um den Hafen liegen. Unsere Sorge, dass wir für die unterschiedlichen Startpunkte der geplanten Aktivitäten jeweils ein Taxi benötigen, löst sich schnell auf, denn es ist alles in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen. 

Den Nachmittag verbringe ich mit einem ersten „Sondierungsrundgang“ und dem Besuch im Perspektivet Museum. Auf der Webseite des Museums steht, dass sie circa 500.000 kulturhistorische Fotos hätten, die einen einzigartigen Einblick in die Stadtgeschichte Tromsøs des 19. Jahrhunderts bis heute geben sollen. Als ich dort ankam, war aktuell eine Ausstellung von einer Malerin Sara Spar zu sehen. Sie stammt aus Tromsø, hat relativ früh die Malerei an den Nagel gehängt und wurde Autorin. Sie hat wohl mal in dem Haus oder einem Nachbarhaus gelebt. Von den Fotos ist nichts ausgestellt, die muss man bei Flickr anschauen. Ich war nicht die einzige die das Museum wegen der Fotos besuchen wollte … es waren mehrere Besucher irritiert. Aber gut, nicht so schlimm. 

Ich bummle ein wenig durch die Innenstadt und stelle fest, dass Tromsø recht übersichtlich ist. Wirklich schöne Geschäfte habe ich keine gesehen, das Leben ist hier, zumindest im Winter, mehr zweckgebunden … so wie auch das Essen im Hotel. Es war eine Überraschung, dass uns beim Einchecken gesagt wurde, dass das Konzept des Hotels einen Nachmittagskaffee und ein Abendessen beinhaltet. Das war nicht auf den Buchungsunterlagen vermerkt. Über die Qualität lässt sich jetzt streiten, wie gesagt, das Essen ist zweckgebunden und macht satt. Andererseits war es ganz angenehm, weil die umliegenden Restaurants – soweit vorhanden – geschlossen oder eigenartige Öffnungszeiten haben, ebenso wie Kneipen und Bars. Das mag den augenblicklich geltenden Coronaregeln zuzuschreiben sein. Wer geht schon in die Kneipe, wenn es keinen Alkohol gibt?

Für den nächsten Tag haben wir Karten für das „Polaria Museum“. Ein interessanter Bau, der aussieht, als hätten sich Eisschollen an Land geschoben und sind dort aufrecht stehen geblieben. Es gibt ein paar Aquarien, in denen verschiedene Fische zu beobachten sind und ein großes Wasserbecken, in dem Robben leben. Man kann ihnen bei der Fütterung zusehen.

Ein Film gibt rudimentäre Informationen über die Entstehung der Polarlichter. Ebenso wird die Veränderung der Polarkappen dokumentiert, was schon eindrucksvoll war. Anhand des Bildmaterials sieht man deutlich, welch einem Wandel unsere Welt unterliegt. Es werden Fotos vom Anfang des 20. Jahrhunderts im Vergleich zu 2019 gezeigt. Die Veränderung der Landschaft ist enorm.

Wir kehren danach im „Koseverden & Koselig Cafe“ ein, was soviel wie „gemütliches Café“ heißt, genießen dort eine heiße Schokolade und eine traditionelle, schwedische Zimtschnecke.

Am frühen Nachmittag schnappe ich mir den Fotoapparat und das Stativ und will die kurze Zeit der Helligkeit nutzen. Ich laufe über die große „Tromsøbrua“- Brücke, die den Tromsøysund überspannt und das Zentrum mit Tromsdalen auf dem Festland verbindet. Mit einer Länge von 1036 Metern war das Bauwerk nach seiner Fertigstellung im Jahr 1960 Nordeuropas größte Spannbetonbrücke. Die leicht bogenförmige Balkenbrücke mit ihren schlanken Säulen diente als Vorbild für nachfolgende Spannbetonbrücken in Norwegen. Sie ist zugleich neben der Eismeerkathedrale und dem Berg Tromsdalstinden eines der prägnantesten Wahrzeichen Tromsøs.

Überquert man die Brücke, steht man auch schon vor der Eismeekathedrale. Die nach Osten ausgerichtete Kirche wurde 1965 erbaut. Es ist eine evangelisch-lutherische Pfarr- und Seemannskirche und Wahrzeichen der Stadt Tromsø. Eine echte Kathedrale, d. h. Bischofskirche, ist sie nicht. Die Silhouette der westlich von Tromsø gelegenen Insel Håja wird als eine mögliche Inspiration für die Architektur der Kirche genannt. Die Dachschrägen reichen bis an den Boden und bilden so im Norden und Süden des Gebäudes zugleich die Außenwand. Sie wurden aus mit perlgrauem, feuerbeschichtetem Aluminium verkleidetem Beton errichtet und wirken wie aufgeschichtete stilisierte Eisplatten. Leider war sie geschlossen, dass ich sie nicht von innen sehen konnte. Die Dachschrägen wurden so angebracht, dass sie übereinander liegen, in die Höhe ragen und dadurch wie zu einem Eisberg aufgeschichtete Eisplatten anmuten. Auf der Westseite der Kirche ist der Eingang. Die Westfassade ist 35 Meter hoch und besteht aus farblosem Glas. An der Glasfassade befindet sich ein großes, deutlich erkennbares Kreuz. Die an den Fenstern entlang angebrachten Leuchtröhren können die gesamte Glasfassade zum Leuchten bringen.  Die Ostseite der Kirche ist ebenfalls sehr beeindruckend. Hier befindet sich ein 23 Meter hohes Glasmosaik. Es ist eines der größten Glasgemälde in Europa. Es wurde 1972 vom Künstler Victor Sparre eingesetzt.

Nach der abendlichen Nahrungsaufnahme mit „norwegischem Charme“ haben wir eine „Jagd nach den Polarlichtern“ gebucht. Obwohl sich unser Busfahrer wirklich Mühe gibt und noch hier- und dahin fährt, um ein Wolkenloch zu finden, sind die Lichter an diesem Abend sehr scheu und lassen sich nicht sehen. Nicht mal einen Hauch von grün … sehr sehr schade, aber so ist das nun mal mit der Natur. Und wenn eben keine oder nur eine sehr geringe Sonnenaktivität stattfindet, kann man mit und ohne Wolken nichts sehen.

Auf dem Rückweg fahren wir durch ein Wohngebiet, einen Vorort von Tromsø, als uns eine ganz Herde von Rentieren entgegen kommt. Vor einigen Jahren waren die Tiere vom Aussterben bedroht. Mittlerweile leben 280.000 Tiere in Norwegen und bedienen sich im Sommer in den Gärten. Es scheint ein Problem zu werden, denn die Tiere grasen alle  Blumen in den Gärten ab. Wir kommen gegen halb zwei wieder im Hotel an und beeilen uns mit dem schlafen. 

Am nächsten Morgen müssen wir bald aufstehen, denn es geht zur Husky-Schlitten-Tour zum Tromsø Villmarkssenter. Wir werden durch das weinverzweigte Tunnelsystem von Tromsø gefahren und überqueren auf einer weiteren Brücke wieder den Tromsøysund. Bei den Huskies angekommen, hören wir schon von weitem, wie sie sich auf „uns freuen“. Lautes Hundegebell schlägt uns entgegen, als wir aussteigen. Zuerst bekommen wir jedoch warme Overalls gestellt, damit wir ja nicht frieren und unsere Sachen geschont werden. 

Die Besitzerin ist eine Deutsche, ihr Englisch ist gut verständlich und hat den uns mittlerweile vertrauten Akzent von Annalena Baerbock …. Wir bekommen eine kurze Einweisung, in der sie erklärt, wie wir zu bremsen haben und die Hunde bergauf mit einem schwungvollem Abstoßen, wie beim Rollerfahren, unterstützen können. Durch Gewichtsverlagerung könne man den Schlitten lenken. 

Und dann geht es auch schon los. Harald klettert in den Schlitten, keilt sich fest und ich stehe hinten auf den Kufen. Kaum lösen die Helfer den „Anker“, ziehen die Hunde unter lautem Gebell los. Ich stehe immer noch mit beiden Füßen auf der Bremse, aber die Hunde sind stärker. Wir haben ein besonders temperamentvolles Gespann erwischt. Man merkt, die Hunde wollen laufen und lieben ihren Job. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes kaum zu bremsen. Wo der Lenkende des vorausfahrenden Schlittens unterstützende Arbeit mit den Füßen leistet, muss ich bremsen was das Zeug hält, denn unsere Hunde haben den gebührlichen Abstand, den ich beim Anfahren immer halte, schon wieder aufgeholt. Ich will ja dem Vordermann nicht direkt in die Hacken fahren. Es geht bergauf und in den Kurven wird es manchmal etwas holprig. Die Strecke ist mit vielen kleinen Buckeln bestückt, aber Harald wird weder rauskatapultiert noch fällt der Schlitten um. Alles gut gegangen. 

Rund eine Stunde gleiten wir über weite, verschneite Felder mit herrlicher Aussicht auf einen Fjord dahin. Schnell vergeht die Zeit. Man muss sich konzentrieren, denn auch, wenn die Hunde wissen wo sie hinlaufen müssen, will der Schlitten gelenkt und geführt werden. Die Leine sollte immer gespannt sein und der Schlitten darf nicht schneller werden, als die Hunde laufen können. 

Anschließend bedanken wir uns gebührlich bei den braven Schlittenhunden und besuchen und besichtigen den Hundehof. Auf einer großen Fläche leben hier circa 200 Alaska Huskys und ihre Welpen. Jeder der Hunde hat eine kleine Hütte mit Stroh, in die sie sich bei sehr kalten Temperaturen zurückziehen können. Es ist viel los, die meisten Huskys sind mit den Schlitten unterwegs. Die zurückgebliebenen Hunde freuen sich sehr, dass sie besucht werden, begrüßen jeden Gast mit lautem Gebell und wollen gestreichelt und gekuschelt werden. 

Zum Abschluss gibt es in einer Gamme (Holzhütte) heißen Kaffee, Kakao und Tee, einen deftigen Rentiereintopf und als Dessert einen Schokokuchen. Dann geht es leider wieder zurück in die Stadt. 

Es ist Silvester, wir werden im Hotel essen und es uns dann gemütlich machen. Im Vorfeld hatten wir versucht, irgendwo ein „Silvesterdinner“ zu buchen, waren jedoch nicht erfolgreich und haben uns dann auch nicht mehr darum bemüht. Kurzerhand beschließe ich doch noch eine Flasche Sekt zu kaufen, schwinge mich wieder in mein „Hosen- und Oberteilkonglomerat“ und gehe einkaufen. Es ist nur der Ausschank von Alkoholika verboten, jedoch nicht der Genuss in den eigenen vier Wänden, wozu auch das Hotelzimmer zählt.

Alkohlische Getränke werden nur in speziellen Geschäften verkauft. Die Tage zuvor hatte ich schon einen Vinmonopolet in einem Einkaufszentrum gesehen. Schnurstracks gehe ich dort hin und was sehe ich? Eine lange, lange Schlange die sich durch das gesamte Einkaufszentrum zieht. Da ist mir dann die Zeit doch zu schade und ich gehe in den nächsten Supermarkt, kaufe einen Sixpack alkoholfreies Bier, zwei Flasche Cidré und ein paar Chips. So kann man sich einen Abend auch gemütlich machen. Gegen 23:30 Uhr ziehen wir uns nochmal warm an und gehen zum Hafen. Dort gibt es ein tolles Feuerwerk. „Happy New Year“ wird hin und her gerufen, wir stoßen auf das Neue Jahr an und freuen uns auf weitere Reisen.

Neues Jahr – neues Glück. Heute ist Neujahr und wir haben den Tag zu unserer freien Verfügung, daher schlafen wir erst mal aus. Frühstück gibt es bis 11 Uhr. Ich mache nochmal einen Stadtbummel und suche ein paar Fotohotspots auf, die ich unbedingt fotografieren möchte. Es steht auch noch der Besuch im Polarmusuem an. Dort wird viel Material und Information über die Zeit der Polarexpeditionen und über die Jagd in der Polarregion gezeigt.  

Als Kind habe ich sehr gerne die Filme gesehen und Bücher gelesen über die Expeditionen von Roald Amundsen. Ich war fasziniert von den harten Lebensbedingungen und Strapazen, unter denen dort gereist und geforscht wurde. Ein bisschen wehmütig überlege ich, ob ich schon so alt bin oder ob ich einen merkwürdigen Buch- und Filmgeschmack in meiner Kindheit hatte? Kennt sonst noch jemand diese Filme und Bücher?, frage ich mich. Fridtjof Nansen, Robert Falcon, Scott, Arved Fuchs und Knud Rasmussen, das sind alles Namen, an die ich mich gut erinnern kann. 

Ich bin ja nicht so der große Museumsbesucher und studiere nicht jedes Täfelchen und verfalle auch nicht bei jedem Messer und altertümlichen Werkzeug in große Begeisterungsstürme. Fasziniert war ich jedoch von der Geschichte von Wanny Woldstad, der ersten Eisbärenjägerin auf Spitzbergen. Nach dem Tod ihres Mannes zog sie im Alter von 25 Jahren nach Tromsø, kaufte sich ein Auto und arbeitete dort als die erste Taxifahrerin. Mit ihrem späteren Lebensgefährten Henry Rudi, der der „Eisbärkönig“ genannt wurde, überwinterte sie mehrere Winter auf Spitzbergen. Wie sie die Polarnächte dort gemeinsam meisterten und, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren, auf die Jagd gingen, wird anschaulich gezeigt. Das waren schon andere Zeiten. 

Für den Abend haben wir eine Rentierschlittenfahrt geplant. Mit einem großen Bus fahren wir ca. 1 ½ Stunden durch das nächtliche und verschneite Norwegen bis wir bei Lyngsfjord adventure ankommen. Man begrüßt und beglückwünscht uns gleichzeitig zu unserem Glück, denn es gibt eine ganz tolle Aurora zu sehen. Riesige zartgrüne Schwaden wabern da am Himmel. Und, verflixt nochmal, ich habe kein Stativ dabei. Über das Kameradisplay lassen sich die Polarlichter gut sehen, aber mit der Belichtung wird es schwierig ohne Stativ. Ich suche mir einen Stempen und lege die Kamera darauf ab. Es geht so … den Rest muss Photoshop machen.

Mit einem Snowmobile, der einen großen Schlitten zieht, werden wir zum Rentiergehege gefahren. Es ist etwas gespenstisch, durch den tief verschneiten, stockfinsteren Wald zu rasen. Die kalte Luft brennt auf dem Gesicht und ich verhülle mich in meinem Schal. Glücklicherweise dauert die Fahrt nur kurze Zeit. Im Dunklen laufen wir in das Gehege, langsam gewöhnen sich die Augen an die Dunkelheit und man erkennt die Tiere mit ihren mächtigen Geweihen deutlich. Sie sind so brav und lassen sich bereitwillig streicheln und anfassen. Nur mit dem Geweih muss man ein wenig aufpassen, denn erstens ist das Teil ziemlich schwer und sie mögen es daher gar nicht, wenn man daran rumzippelt. Obwohl es komplett mit weichem Fell überzogen ist und zum Streicheln einlädt. Die Schlitten stehen bereit und die Tiere werden eingespannt. Auf dem Schlitten haben immer zwei Personen Platz. Am Besten sitzt man Rücken an Rücken, so hat man guten Halt zum Anlehnen und warm ist es ausserdem. Das Gespann besteht aus 4 Schlitten mit jeweils einem Rentier davor. Alle Schlitten und Rentiere sind miteinander verbunden. 

Die Samen sind die Ureinwohner im nördlichen Skandinavien und auf der russischen Kolahalbinsel. Vieles im traditionellen Leben der Samen hat sich verändert. Zogen sie früher als Nomaden durch die karge Landschaft, so sind sie heute meist sesshaft und benutzen moderne Techniken.

Ein junges Samimädchen und ihre Mutter erklären uns, was wir zu tun und vor allen Dingen zu lassen haben. Die Füße bleiben oben, sonst wird es schmerzhaft, auch soll man sich immer von der linken Seite dem eingespannten Rentier nähern, so erklärt sie uns. Machen wir alles brav.

Als sich das ganze Gespann in Bewegung setzt wird es spannend. Wir halten uns gut fest und wir gleiten auf einem Weg, der erst durch den Wald führt hin zu einer großen freien Fläche. Dort sehen wir atemberaubende Polarlichter. Die freie Fläche gibt den Blick frei auf die großen wabernden Felder, die diesmal sehr deutlich sichtbar sind. Es ist ein wunderbares Erlebnis. Die Fotos sind jetzt nicht so prickelnd, weil man auf dem Schlitten ziemlich rum wackelt.

Als die Schlittenrunde beendet ist, erzählt uns das Samimädchen viele Geschichten über die Rentiere und wie sie die heute mit Drohnen den Sommer über hoch auf den Bergen beobachten und bewachen. Das war vor ein paar Jahren mit großen Strapazen verbunden, da immer jemand weit hinauf laufen musste, um nach den Tieren zu sehen. Wir werden in Bräuche, Sitten und Traditionen eingeweiht. Alles ganz interessant  – wäre es nicht so lausig kalt. Das Lagerfeuer, um das wir herumstehen, macht nur rudimentär warm und hell. Wir warten sehnlichst auf das Ende der Unterweisungen. Endlich kommt die zweite Gruppe zurück und wir werden mit dem Snowmobile zum Ausgangspunkt gebracht. Es ist noch kälter geworden und der kalte Wind schmerzt im Gesicht. Ich wickle mich komplett ein, kann dann zwar nichts mehr sehen, aber erfriere auch nicht. 

Mit einem sehr guten Fischeintopf, der in einer geheizten Gamme serviert wird, werden wir versöhnt und lassen den Abend gemütlich ausklingen. Wir kommen gegen Mitternacht wieder in Tromsö an. 

Am nächsten Morgen freue ich mich schon, dass ich heute nur noch eine statt vier Hosen anziehen muss und auch nur einen Pullover ohne Unterhemd, Skiunterwäsche und T-Shirt. Ich fühle mich leicht und unbeschwert.

Bis mir beim Frühstück unsere liebe Nachbarin schreibt, dass die heimische Heizung offensichtlich Langeweile und Sehnsucht hatte und deshalb keine Lust hatte, die Bude wieder warm zu machen. Also doch vier Hosen und vier Oberteile anziehen? Wir rechnen nach und stellen fest, dass wir einen Temperaturunterschied von 30° haben werden. (Von -17° auf +13°) dann kann doch das alles nicht so schlimm sein. Wir sind jetzt Kälte erprobt. 

Beim Rückflug gibt es noch ein kleines Problem, wir hatten übersehen, dass wir ein Einreiseformular für Deutschland ausfüllen müssen und unser Impfzertifikat hochladen sollten. Wir merken es erst, als wir in den Flieger einsteigen wollen und die Schranke uns nicht durchlässt, obwohl wir gültige Bordkarten auf dem Handy haben. Der Stewart gibt uns die Adresse für die Einreiseanmeldung und bittet, das im Flieger bzw. in Oslo am Flughafen nachzuholen. In Deutschland bei der Ankunft wird es auch tatsächlich verlangt. Offensichtlich hat bei Harald die Übertragung des Impfzertifikats nicht richtig geklappt, denn am nächsten Morgen meldet sich das Landratsamt Traunstein und verlangt einen erneuten Nachweis. Harald schickt ihn per Mail. Die Dame ruft wieder an, sie könne oder dürfe wegen des Datenschutzes keine QR Code auslesen. Erst als Harald sie aufmerksam macht, dass im oberen Bereich des Dokumentes auch Name und Geburtsdatum in Klarschrift steht, ist sie beruhigt. Das soll mal einer verstehen, wo die Damen da hingucken. 

Jedenfalls sind wir nun wieder gut zu Hause angekommen und auch das Haus ist wieder warm, nachdem wir etwas mit dem Computer der Heizung gespielt haben. 

Fazit unserer Reise: Es war kein Urlaub der üblichen Art wo man eine Sonnenbrille einpacken sollte. Aber wir haben viel erlebt und viele neue Erkenntnisse gewonnen. Die ewige Finsternis und die völlige Abwesenheit der Sonne kann man gut mal für ein paar Tage aushalten. Aber um nördlich des Polarkreises zu leben, muss man wahrscheinlich dort aufgewachsen sein. Die Polarlichter waren beeindruckend und ein Erlebnis, dass wir nicht missen möchten. Einmal im Leben sollte man es live erlebt haben. Zum Essen fährt man nicht nach Norwegen und um dort einen schönen erholsamen Wellnessurlaub zu verbringen, auch nicht. 

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