Guten Morgen! Namibia wir kommen.

Unser nächstes Ziel ist die Kalahari. Insgesamt sind es 280 km Strecke für diesen Tag. Wir fahren auf der Hauptstraße, die Namibia Richtung Süden durchquert. Alles ganz easy, mit 120 km/h auf der sehr gut ausgebauten und asphaltieren Straße kommen wir gut voran. Irgendwann müssen wir abbiegen und die restlichen 40 km auf der Schotterstraße weiterfahren. Aha – so ist das also. Es gibt zwar vorgeschriebene Geschwindigkeiten aber es gibt auch optimale Geschwindigkeiten, stelle ich fest. Letztendlich muss man ausprobieren, wie das Auto am ruhigsten über die Pisten mit dem wellblechartigen Untergrund fährt. Das ist so ein bisschen wie beim segeln, wenn die Jolle ins gleiten kommen soll. Ein paar Stundenkilometer mehr sind spritsparend und materialschonend.

Die Landschaft verändert sich und wir sehen den Übergang zur Kalahari Wüste. Roter Sand, spärliche Vegetation und die berühmten roten Dünen der Kalahari zu unserer rechten und linken Seite. Wir erreichen „Bagatelle“ unsere nächste Lodge. Genau oben auf der Kante, der die Lodge umgebenden Düne, stehen die einzelnen Chalets. Eines davon ist unseres. Mit einem Golfcart werden wir mitsamt dem Gepäck dort hinauf geschaukelt. Vom Bett aus können wir über eine große Fensterfront auf unseren eigenen Minipool und auf die roten Dünen sehen. Wir sind mitten in der Wüste.

Wir brechen gegen halbfünf zu unserem Gamedrive auf. Es geht mit dem Jeep die Dünen rauf und ins nächste Tal wieder hinunter. Die Reifen wühlen sich in den Sand und nicht immer klappt es auf den ersten Anlauf. Neben vielen uns jetzt schon wohlbekannten Oryxen sehen wir auch zwei White Rhinos. Also weiße Breitmaulnashörner, die wegen ihrer etwas helleren Haut so heißen. Gut – die ist zwar nicht wirklich weiß aber sichtbar heller als die Haut von den Black Rhinos, den Spitzmaulnashörnern. Sie sind ganz friedlich und lassen sich hinreichend fotografieren und unser Fahrer steigt sogar aus um eine Zigarette hinter dem Auto zu rauchen. Das wäre in Südafrika nicht möglich gewesen.

Danach geht es noch zu einer Geparden Auffangstation um dort bei der Fütterung dabei zu sein. Drei junge Gepardenweibchen warten schon sehnsüchtig auf ihr Abendbrot. Es ist eine Schüssel voll von blutigem Pferdefleisch. Der Leiter und Initiator der Station füttert sie. Heute scheint ein Gepard besonders hungrig zu sein. Als der Wildhüter einen kleinen Moment unaufmerksam ist, wird der Gepard deutlich, springt ihn an und reißt ihm die Schüssel aus der Hand. Dabei verletzt er ihn an der Hand. Aber für ihn ist das normal, er wickelt einen alten braunen Lappen um seine Hand und erzählt, dass das eben mal passieren kann. Naja … Er erzählt auch, dass ein Gepardenweibchen bei ihm im Bett schläft und mit Vorliebe bei ihm im Auto mitfährt. Braucht man das?? Also ich sicher nicht. Auch nicht wenn es ein Gepardenmännchen wäre. ;))

Er begleitet uns zum Sundowner mit seinem Jeep und tatsächlich, da hockt der Gepard drin. Ob sie sich auch den GinTonic geteilt haben, konnte ich nicht sehen. Wir haben ihn uns jedenfalls schmecken lassen. Und haben zugesehen, wie die Sonne erst hinter einem Wolkenband und dann hinter den Dünen versinkt.

Das Abendessen gibt es im Freien und über uns leuchtet der afrikanische Sternenhimmel. In der Nacht wird mir so schlecht und ich bleibe den nächsten Tag ohne jegliche Aktivität im Bett. Erst da bemerken wir, dass ein Anruf bei der Rezeption um mal einen Tee oder einen trockenen Toast zu bestellen nicht möglich ist. Der Weg zur Rezeption ist immerhin eine kleine Wanderung – kein Problem wenn man putzmunter ist, aber nicht, wenn man sich krank und elend fühlt. Die Handys können wir auch nicht laden, weil die Steckdosen nicht passen und keiner unserer Adapter passt. Die Frage, ob man sich einen ausleihen könnte wurde verneint. Haarföhnen war dann am nächsten Tag auch nicht möglich. Ein Föhn war auch nicht vorhanden. Der erste Eindruck war zwar sehr gut, aber bei genauerem Betrachten … Zweimal hat man von der Rezeption jemanden nach mir sehen lassen. Klang so, wie schau mal nach ob die noch lebt … Ich denke es wird dort mit der Sauberkeit nicht ganz so genau genommen. Der „Gepardenmann“ saß beim Frühstück im Speiseraum und fütterte dort vom Tisch die streunenden Katzen auf dem Boden. In einem Land mit solchen Temperaturen ist unserer Meinung so etwas nicht duldbar. Tierliebe hin oder her.

Es ziehen dicke Wolken auf und es setzt ein kräftiger Wind ein. Und plötzlich fängt es wie aus Kübeln zu regnen an. Und es schüttet über längere Zeit hinweg ordentlich. Wir können es kaum fassen, dass wir solch einem einmaligen Naturschauspiel beiwohnen dürfen – Regen in der Kalahari. Seit Jahren hat es kaum geregnet – und nun so etwas.

Das fanden wir gut:

Bungalows mit eigenem Pool
Großzügige Anlage
Toller Blick vom Chalet aus
Große Zimmer

Das würden wir besser machen:

Adapter auf dem Zimmer für Föhn und Handy laden
Telefon oder ähnliches auf dem Zimmer
Shuttle Service zum Hauptgebäude
Mehr Sauberkeit



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