On the road again. Es geht über Outja Richtung Etosha Nationalpark. In Outja tanken wir und machen in der hiesigen „Bäckerei“ eine kleine Pause. Hier gibt er Apfelstrudel, wie er auch bei uns zuhause nicht besser sein könnte. Nach den ersten 100 km Schotterpiste führt eine geteerte Straße direkt zum Eingang des Parks. Während die Schotterpiste viel Aufmerksamkeit und überlegendes Fahren verlangt, sind die 270 km Teerstraße so langweilig, dass ich mit der Müdigkeit kämpfen muss. Man sollte unbedingt Bonbons und Kaugummi einpacken, das hält wach. Der kerzengerade Straßenverlauf sorgt für Monotonie pur. Man darf max. 120 km/h fahren und mit Tempomat kommt man kalkulierbar voran. Auf der ganzen Strecke sind uns gerade mal drei Autos und zwei Menschen begegnet.

Am Nachmittag erreichen wir 2 km vor dem Gate zum Park unsere neue Unterkunft. Taleni Etosha Village – und es ist tatsächlich wie ein kleines Dorf gestaltet. Die einzelnen Häuschen liegen ein bisschen in der Landschaft verstreut, umgeben von kleinen Bäumen und mit eigenem Carport. Es gibt drei Pools, aber leider sind alle Liegenauflagen so schmutzig, dass man sich nicht hinlegen mag. Die ganze Anlage ist nicht schlecht, und war auch nicht billig, aber so ein bisschen straffe Hand fehlt einfach. Ich mag es auch nicht, wenn das abendliche Büffet so im Dunkeln liegt, dass man nicht sieht was man sich da auf den Teller packt. Für die vielen Falter, die abends herumschwirren, kann keiner was. Und die gibt es anscheinend im ganzen Land, denn sie begleiten uns nun schon eine ganze Weile und werden uns noch öfters beim Abendessen heimsuchen.

Ein Ausflug in die Arbeitwelt Namibias

An dieser Stelle muss ich mal so einen kleinen Ausflug in die Namibische Arbeitsmoral machen. Mag ja sein, dass ich da typisch deutsch bin, aber immerhin funktioniert es mit dieser typisch deutschen Einstellung bei uns ganz gut. An allen Orten wird geputzt und gewienert. Das hat man wohl so angeschafft, aber man hat nicht das Gefühl, dass die Tätigkeit zielorientiert ist. Es mutet eher wie ein Fenster, Tisch oder Geländer streicheln an. Mit so einem Lappen, feucht oder trocken, lassen sich alle möglichen Gegenstände vortrefflich mehr oder weniger liebevoll streicheln. Man müsste mal erklären, dass der Zweck Reinigung ist, nicht streicheln … Es gibt einen gewaltigen Personalüberschuss und sobald der Gast außerhalb der Essenszeiten nicht in der Nähe ist, sitzt das Personal gemütlich an den Restauranttischen, ratscht oder spielt Karten. Die Zimmermädchen sitzen am Balkon und unterhalten sich oder scherzen vortrefflich miteinander. Ich beobachte einen jungen Kellner, der die Tische abwischen soll. Erst holt er sich einen Kaffee, dann streichelt er ein oder zwei Tische, aber dann muss er sich auch gleich wieder hinsetzen, weil es so anstrengend ist. Die Damen schieben derweil ihren nicht unbeträchtlichen Po langsam und unter stetigem Wackeln durch die Gegend. Einen schnellen Schritt des schwarzen Personals habe ich kein einziges Mal erlebt.

Da die Autos hier ständig schmutzig und sehr staubig sind, hatten wir mal angeregt, dass die unterbeschäftigen Mitarbeiter sich doch mal um die Autos der Gäste kümmern könnten. Selbstverständlich gegen Bezahlung. Soviel Unverständnis haben wir selten erlebt. Man hat uns angesehen, als wären wir vom Mond. Aber alle sind sehr freundlich und fragen ständig ob es einem gut geht. Obwohl ich einfach das Gefühl nicht loswerde, dass sie nicht wirklich interessiert und sie auch keinen Lust auf ihren Job haben. Man hat ihnen wohl so ein paar Floskeln eingetrichtert, die sie mehrmals täglich in leisem Genuschle von sich geben. – Und dies sind alle keine Einzelfälle. Ich bin für meinen Teil ganz froh, dass ich hier nicht Chef sein muss. Das wäre nichts für mich …

Wir haben uns für eine von der Lodge angebotenen Pirschfahrt durch den Etosha Park für den ersten Tag entschieden. Man bekommt ganz gut ein Gefühl dafür, wie die Straßenverhältnisse sind und wo man was finden könnte. Gleich am Morgen entdecken wir drei Geparden wie sie auf dem Weg zum Wasserloch sind. Gestärkt, legen sie sich auf die Lauer und warten auf die Herde, Impalas die sich aus der Ferne, der Windrichtung, nähert. In Nullkommanichts sind noch zwölf andere Fahrzeuge da und man verfolgt das Geschehen mit regem Interesse. Da hebt der erste Gepard zu einem Sprung an und legt einen sensationellen schnellen Spurt hin, um eines des Impalas zu erlegen. Die anderen beiden rasen ebenfalls los und wollen von der Seite her angreifen. War es jetzt das gespannte Publikum und die in sie gesetzte hohe Erwartungshaltung oder waren einfach die Impalas zu schnell – wir wissen es nicht. Jedenfalls mussten die Geparden auf einen Lunch verzichten – es hat nicht geklappt mit der Jagd.

Wir finden noch majestätisch dahin schreitende Giraffen, Zebras und alle möglichen Antilopenarten sowieso. Es ist anstrengend, obwohl man ja nur sitzt, aber der Jeep schaukelt ordentlich und der heiße Wind der sanddurchsetzt ins Gesicht bläst ist nicht ohne. Ich experimentiere immer noch, was ist besser, Brille oder Kontaktlinsen mit Sonnenbrille oder gar nichts. Irgendwann ist immer der Punkt erreicht, da sieht man gar nichts mehr.

Das schöne hier in Afrika ist ja, dass man sich definitiv nicht nur einmal sieht. Beim abendlich Büffet begegnen uns dann Zebra, Antilope, Kudu und Kuhantilope wieder. Während wir in Südafrika letztes Jahr so gut wie selten gegessen haben, ist hier das Fleisch fast immer zäh und teilweise sogar einfach nicht genießbar. Mag sein, dass es mit dem eklatanten Wassermangel zusammenhängt, der das Fleisch der Tiere zäh werden lässt. Man muss echt gute Kaumuskeln mitbringen und ich bekomme das Gefühl nicht los, dass man beim Essen mehr Kalorien aufwendet als zu sich nimmt. Ist ja auch praktisch – so nimmt man wenigstens nicht zu. Wir hatten schon Lamm oder Beef, das war so zäh, dass wir es mit den normalen Messern, die zum Abendessen gereicht wurden, nicht geschnitten bekamen, geschweige denn kauen konnten.

Das fanden wir gut:

Saubere, große Zimmer mit Klimaanlage und Kühlschrank und ausreichend Ablageflächen. Fürs Auto gibt es einen überdachten Stellplatz vor dem Haus. Der Gamedrive Fahrer war sehr bemüht und hat uns viel zeigen können. Die Lage ist sehr gut, da es von hier aus nur 2 km zum Tor in den Nationalpark sind.

Das würden wir besser machen:

Mehr Beleuchtung beim Abendessenbüffet. Die Buchung des Gamedrive war etwas holprig. Erst hatte man nicht genug Leute zusammen, dann hat man das Lunchpaket vergessen. Da gibt es noch Verbesserungsbedarf in der Organisation. Und die Qualität des Essens könnte besser sein.



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