In der Kasbah Meyahout werden wir willkommen aufgenommen. Hinter dem Haus gibt es einen Stellplatz für Womos und auch Dusch- und WC-Räume. Aber es ist ganz schön heiß im Womo. Von dort werden täglich Ausflüge in die Wüste angeboten und wir buchen noch für den gleichen Tag einen Kamelritt mit Übernachtung in einem Camp in der Wüste.

Um 17 Uhr geht es los. Treffen in der Lobby und dann werden alle Gäste, wir sind eine Gruppe von acht Personen in bzw. auf einen Jeep verfrachtet. Die jüngeren und sportlichen Männer müssen/dürfen auf die Ladefläche und los geht’s in die Wüste. Nach 15 Minuten Fahrzeit erreichen wir unsere Kamelherde. Zwei Führer und neun Kamele warten schon auf uns.

Der Aufstieg aufs Kamel ist easy, da das Kamel ja liegt. Steht es dann auf, wird es ein wenig ruppig aber wenn man sich gut festhält alles kein Problem. Und zackbum sind alle acht aufgestiegen, festhalten und los geht’s. Hinein in die Wüste.

Der Sattel ist gut gepolstert, trotzdem macht sich das harte Knochengerüste so eines Kamels etwas bemerkbar. Nach gut einer Stunde ist dann auch schon Sonnenuntergang und wir machen ein Päuschen. Es fehlt etwas der Gin Tonic wie in Südafrika, bzw. überhaupt die Bewirtung, aber wir laben uns an unserem mitgeführten Wasser. Leider ist es sehr dunstig und bewölkt und der erhoffte spektakuläre Sonnenuntergang lässt auf sich warten.

In der Ferne sehen wir schon ein paar Zelte und Lichter und wir ziehen weiter. Noch ein halbes Stündchen ist es bis zum Camp. Wir begegnen ein paar wilden Quadfahrer die auf zwei Reifen über die Dünen brausen. Bewusst hatten wir uns gegen ein Quad entschieden, denn alles zu seiner Zeit und an seinem Ort. Im Camp werden wir herzlich aufgenommen und bekommen Pfefferminztee zur Begrüßung. Der Tee ist hier Nationalgetränk und sehr lecker, wenn auch sehr süß. Aber so muss er sein …
Man zeigt uns unser Zelt und wir laden unser Rucksäckchen dort ab. Es ist ein geräumiger Raum mit einem Bett und einem Nachtkastl und sonst nix weiter. Alles was man zum schlafen eben so braucht. Aber auch nicht mehr. Schnell noch Händewaschen und dann kommt auch schon der Ruf, dass das Dinner fertig sei. Wir bekommen ein üppiges Mahl mit Suppe und Vorspeise, Tajine und Obst serviert. Es ist so unglaublich viel, wir schaffen nur einen Bruchteil.

Nach dem Essen wird in einer Senke ein Lagerfeuer angezündet und die Jungs vom Camp und die beiden Führer machen eine Perkussions-Session. Sie haben offensichtlich viel Spaß daran. Wir dürfen auch mal trommeln und ich stelle fest, dass ich schon mal gar keinen richtigen hellen Ton aus der Trommel rausbringe. So hatte ich mir das nicht vorgestellt.

Wir plaudern noch ein wenig und dann geht’s auch schon ab in die Heia. Eine Mitreisende fragt noch nach „Animals“?? Nein, wir könnten ganz beruhigt sein, hier gibt es keine Tiere, nur Mäuse und dafür hätte man eine Katze. Die saß jedoch sehr aufmerksam am Tisch beim Essen und hoffte dort auf leichte Beute – ob die also so motiviert ist Mäuse zu fangen?? Ok ich kontrolliere das Bett trotzdem kurz auf andere Getiere … werde Gott-sei-Dank nicht fündig und schlafe selig. Diese Ruhe … Das mit dem Sternenhimmel war jetzt nicht so Burner, weil auch nächtens sehr bedeckt. Auch wenn Harald berichtet, dass er einen schönen Sternenhimmel gesehen hätte, als er um halb vier mal kurz unterwegs war. Er hat mich nicht geweckt und ich hoffe auf den nächsten Abend.

Um sechs Uhr schellt der Wecker und alle drängen sich um das eine Waschbecken … Zur Aufmunterung gibt es nochmal Pfefferminztee und dann warten auch schon die Kamele auf uns. Die Karawane zieht weiter gen Sonnenaufgang. Der lässt sich etwas besser an, als der gestrige Sonnenuntergang und nach einer halben Stunde machen wir wieder pünktlich halt um die Sonne zu begrüßen. Ach – wie schön und alles so friedlich. Wir werden von unserem Fahrer wieder abgeholt und ins Hotel gebracht. Es ist ordentlich warm und wir beschließen kurzerhand uns für heute ein Zimmer im Hotel zu nehmen. Das tut auch mal gut. Aircondition und ausgiebig duschen, das garantiert einen erholsamen Tag. Ausserdem gibt es hier ein ordentliches Internet, so dass ich diese Beiträge absetzen kann. Am Nachmittag stellen wir fest, dass die Entscheidung weise war. Im Womo hat es 45° und wir diskutieren, ob wir die Klimaanlage im Zimmer auf 24° oder 27° stellen …

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